ZTE Open, das erste europäische Firefox-Smartphone
Mit dem ZTE Open wird erstmals in Europa ein Smartphone mit dem alternativen Betriebssystem Firefox OS angeboten. Foto: Telefonica

ZTE Open: Das Firefox-Smartphone

Der Smartphone-Markt ist weiterhin einer bemerkenswerten Dynamik unterworfen. Wer bislang ein Smartphone zum Preise von unter 100 Euro für utopisch hielt, wird vom chinesischen Hersteller ZTE eines Besseren belehrt.

Seit Juli ist das ZTE Open zum Preise von 69 Euro ohne Vertrag in Spanien erhältlich. In Europa ist Spanien aufgrund einer Kooperation zwischen ZTE und Telefónica der einzige bislang verfügbare Erwerbsplatz. Im August kündigte das chinesische Unternehmen zudem den Vertrieb seines ersten Smartphones über Ebay in Großbritannien an. Eine weitere Premiere begeht ZTE durch die erstmalige Ausstattung eines Smartphones mit dem von Mozilla entwickelten Betriebssystem Firefox-OS.

Der Bekanntheitsgrad der Marke Firefox, die sich insbesondere als Webbrowser einen Namen gemacht hat, schlägt sich in der Verpackung nieder. Ein ZTE-Logo ist kaum auszumachen, die Chinesen wollen sich erst langsam an den europäischen Markt herantasten. Das ZTE Open weist in diesem Sinne keine neue Kursrichtung auf. Zwar lässt der niedrige Preis keine großen Erwartungen aufkommen. Doch die minimale Ausstattung zeigt an, dass potentielle Kunden allen voran in Schwellenländern angesprochen werden sollen.

Bei leichten 120 Gramm weist das ZTE Open eine Bildschirmdiagonale von 3,5 Zoll auf. Die Auflösung des Displays beträgt 480×320 Pixel, rund ein Viertel der von den Elite-Smartphones gewohnten Full HD-Qualität. Die Kamera ist zwar mit drei Megapixeln ausgestattet, jedoch fielen bei Tests der langsame Auslöser und die mangelnde Schärfe negativ ins Gewicht. Eine Frontkamera ist nicht vorhanden. Die Akku-Kapazität liegt bei 1.200 mAh, Tests ergaben eine notwendige Neuaufladung bei normaler Nutzung erst nach zwei Tagen.

Die interne Speicherkapazität liegt bei 512 Megabyte. Ein Rückgriff auf zusätzliche Speichermedien ist also vonnöten, gleichwohl ist die Anzahl der nutzbaren Apps auf dem ZTE Open somit beschränkt. Das spanische Lieferpaket umfasst bereits eine 4 GB-Speicherkarte, 32 Gigabyte können maximal genutzt werden. Der Prozessor ist einkernig und weist eine Taktung von 1 Gigahertz auf; der Nutzer muss sich also an ein reduziertes Ladetempo gewöhnen. Die Grundausstattung mit Applikationen stellt sich auf die Herkunft der jeweils eingesetzten SIM-Karte ein. Im Falle einer deutschen Karte zeigt Firefox-OS automatisch einige Grund-Apps wie „Gelbe Seiten“ oder „Tagesschau“ an. ZTE hat bereits den baldigen Verkaufsstart eines deutlich verbesserten Nachfolgemodells angekündigt. Am Betriebssystem Firefox-OS wollen die Chinesen uneingeschränkt festhalten.

Geschrieben von Johannes

Der Autor ist App-Entwickler, Hardware- und Tarif-Experte. Auf Smart-Phoner schreibt er über alle Themen rund um Handy und Smartphone. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.