Xiaomi
Xiaomi ist bei uns noch völlig unbekannt, aber in China Marktführer. Bild: Screenshot Homepage Xiaomi

Xiaomi: Chinesischer Smartphone-Hersteller hat Schwellenländer im Visier

Obwohl erst 2010 gegründet, belegt der im Westen so gut wie unbekannte Smartphone-Hersteller Xiaomi bereits den sechsten Platz bei den globalen Smartphone-Verkäufen. In China ist das Unternehmen mit Sitz in Peking innerhalb dieser kurzen Zeitspanne gar zum Marktführer avanciert. Nun hat Xiaomi angekündigt, den Verkauf seiner Geräte auf zehn weitere Länder auszuweiten.

Dies gab der Geschäftsführer und Mitgründer des Unternehmens, Lei Jun kürzlich auf einer Pressekonferenz bekannt. Die Expansionsstrategie sieht vor, zunächst die Märkte in den großen Schwellenländern Indien, Brasilien und Russland zu bedienen und in einem zweiten Schritt in das Smartphone-Geschäft in den vorwiegend südostasiatischen Ländern Malaysia, Indonesien, den Philippinen, Thailand und Vietnam einzusteigen. Auch die Türkei und Mexiko wurden als Zielländer erwähnt.

Marktführerschaft in China

Damit erreicht die Ausweitung der Verkäufe globale Ausmaße, schließlich würde dadurch ein Großteil der relevanten Märkte mit hohem Wachstumspotential abgedeckt. Auf dem heimischen Markt ist Xiaomi mit einem Marktanteil von 7 Prozent bereits Marktführer im Smartphone-Segment.

Besonders beliebt sind die hierzulande weitgehend unbekannten Smartphones der Mi-Reihe – mit dem Mi-3 erreicht die Serie bereits die dritte Version. Ursprünglich begann das Unternehmen als reiner Software-Konzern, mittlerweile umfasst das Sortiment auch Router sowie einen Fernseher mit Android-Oberfläche. Apropos Android: im vergangenen August konnte Xiaomi einen sehr erfolgreichen Neuzugang zu seinem Entwicklerteam verbuchen: der ehemalige Android-Chef bei Google verließ das Unternehmen und wechselte zur Konkurrenz – direkt auf den Posten des stellvertretenden Konzernleiters.

Erfolgreich mit Online-Strategie

Xiaomi setzt bei Marketing und Verkauf auf eine konsequente Online-Strategie, dadurch können die Geräte sehr günstig angeboten werden. Auf diese Weise hofft der Hersteller im kommenden Verkaufsjahr rund 100 Millionen Geräte absetzen zu können.

Mittlerweile gerät die Konkurrenz zunehmend unter Druck: die Marktanteile der beiden großen Platzhirsche Samsung und Apple sind seit Jahren rückläufig, der Newcomer Xiaomi liegt nicht weit hinter Huawei und Lenovo. Durch die zunehmende Präsenz auf den Wachstumsmärkten dürften die Verkaufszahlen stark ansteigen – demgegenüber gelten die Märkte in Nordamerika und Europa schon als weitgehend saturiert.

Einen genauen Termin für den Markteintritt gab Lei Jun indes noch nicht bekannt, doch schon im März fand der offizielle Verkaufsstart in Singapur statt – dem ersten Zielmarkt außerhalb der eigenen Landesgrenzen.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist seit Jahren Expertin im Bereich Smartphones und Smartphone-Tarife. Nach ihrem IT-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für eines der größten deutschen Telekommunikations-Unternehmen. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.