Android Jelly Bean
Android 4.1 bis 4.3, besser bekannt als "Jelly Bean", ist inzwischen die weltweit am weitesten verbreitete Version des Smartphone-Betriebssystems aus dem Hause Google.

Tizen soll Android Konkurrenz machen

Bislang liegt das Betriebssystem Android beim weltweiten Gebrauch mit großem Vorsprung auf dem ersten Platz. Samsung werkelt zwar unter der Bezeichnung Tizen an einer Alternative, doch lange Zeit war es um das Betriebssystem recht ruhig. Lediglich auf den hauseigenen Smartwatches führte Tizen ein beschauliches Nischendasein. Dies wird sich nun ändern: Samsung hat unlängst angekündigt, noch im Sommer ein High-End-Smartphone mit Tizen auf den Markt zu bringen.

Damit stehen bedeutsame Weichenstellungen auf dem Smartphone-Markt an. Bislang erwies sich die Zusammenarbeit zwischen dem erfolgreichsten Hersteller von Smartphones und dem Marktführer bei Betriebssystemen für Mobilgeräte als ausgesprochen fruchtbar. Nun erklärte der hochrangige Samsung-Mitarbeiter Hong Won-pyo in der Korea Times, dass man im südkoreanischen Hauptquartier verstärkt über die Zeit nach Google und seinem Betriebssystem Android nachdenke. Offensichtlich will man das eigene Betriebssystem Tizen mittel- bis langfristig als Alternative zu Android etablieren.

Herausforderung Ökosystem

Doch mit einem Betriebssystem alleine ist es damit nicht getan. Vielmehr geht es darum, das Betriebssystem zu einer Plattform auszubauen, die verschiedene Hersteller, Partner und Produkte umfasst. Schützenhilfe erhält Won-pyo dabei von einem Professor an der renommierten Kwandong Universität. Sein Rat: „Samsung muss sich für andere Firmen aus der Branche öffnen, wenn es eine Chance in der Post-Google-Ära haben will.“

Dieser Herausforderung ist man sich bei Samsung bewusst. Hong Won-pyo erklärte, mit „verschiedenen Herstellern“ zusammenarbeiten zu wollen – welche das sind, ließ er jedoch noch im Unklaren. Darüber hinaus erklärte der Manager, nun mehr in ein sogenanntes Ökosystem rund um Tizen investieren zu wollen. Das Ökosystem erwies sich bislang als größte Hürde beim Start neuer Betriebssysteme. Selbst der Software-Gigant Microsoft tut sich damit schwer, sein Windows Phone aufzubauen.

Der stellvertretende Vorsitzende von Samsung, Yoon-Woo Lee, schätzt, dass sein Unternehmen rund 15 Prozent seiner Smartphones mit Tizen ausliefern muss, um das Betriebssystem etablieren zu können. Dies entspricht 45 Millionen Smartphones – ein ambitioniertes Unterfangen. Neben zahlreichen Neugeräten bräuchte es auch eine große Anzahl an Apps und der entsprechenden Verkaufs-Infrastruktur, um erfolgreich zu sein.

Zwei Tizen-Smartphones in diesem Jahr

Nach einem ersten Plan wollte Samsung bereit in der Mitte des vergangenen Jahres Smartphones mit dem Betriebssystem präsentieren, doch ungünstige Marktbedingungen hätten dies verhindert.

Bislang ist unklar, in welchen Ländern das Tizen-Smartphone erhältlich sein wird. Auch das genaue Erscheinungsdatum und nähere Spezifikationen sind noch nicht bekannt. Der Nachrichtenagentur Reuters erzählte Samsung-Manager Yoon Han-kil, dass im Laufe des Jahres noch ein zweites Gerät erscheinen soll.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist seit Jahren Expertin im Bereich Smartphones und Smartphone-Tarife. Nach ihrem IT-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für eines der größten deutschen Telekommunikations-Unternehmen. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.