Smartphone-Diebstahl: So können Sie sich schützen
Smartphones werden immer wichtiger und somit auch der Diebstahlschutz. Bild: Rainer Sturm / pixelio.de

Smartphone-Diebstahl: Verbraucherschutz-Expertin fordert Gesetz

Smartphone-Diebstahl soll zukünftig durch Sperrsysteme vorgebeugt werden. Für eine rasche Einführung plädiert die Verbraucherschutzexpertin Bärbel Höhn von den Grünen. Gegenüber der Badischen Zeitung kritisierte sie die abwartende Haltung der deutschen Smartphone-Provider in dieser Frage.

Die Grünen-Politikerin hatte bereits in der Vergangenheit wiederholt auf Sperrsysteme bei Smartphone-Diebstahl etwa in England oder Australien verwiesen. Nun verschärft Höhn ihre Gangart und fordert eine gesetzliche Regelung. In den genannten Ländern lässt sich das gestohlene Smartphone mittels der 15-stelligen Seriennummer – in Fachkreisen bekannt als International Mobile Station Equipment Identity (IMEI) – sperren. Nach einem Anruf beim Netzbetreiber und der Angabe der IMEI wird das Gerät vollständig blockiert.

Hersteller profitieren vom Smartphone-Diebstahl

Demgegenüber besteht in Deutschland bislang nur die Möglichkeit, die SIM-Karte durch den Netzbetreiber sperren zu lassen. Die Smartphone-Hersteller sind da schon weiter – zumindest in den USA: im April dieses Jahres haben sie auf freiwilliger Basis ein Bekenntnis zum besseren Smartphone-Diebstahlschutz unterzeichnet, das ab Mitte 2015 umgesetzt werden soll. Bislang haben Apple, Google und Microsoft die Vereinbarung unterzeichnet, die Smartphone-Hersteller HTC, Huawei, Motorola, Nokia und Samsung gaben zumindest Lippenbekenntnisse ab.

Die Selbstverpflichtung verwundert, schließlich ist den Herstellern von Smartphones in erster Linie an hohen Verkaufszahlen gelegen. Die mehr als 3,5 Millionen Deutschen, denen laut einer Studie des IT-Verbandes Bitcom aus dem Jahr 2012 bereits das Smartphone geklaut wurde, müssen sich früher oder später um einen Ersatz in Form eines Neugerätes kümmern.

Viele Smartphones verfügen bereits über Funktionen, die das Löschen von Daten oder das Sperren des Geräts aus der Ferne im Fall eines Smartphone-Diebstahl ermöglichen. Das Smartphone an sich bleibt dabei jedoch funktionsfähig – sobald der Dieb eine neue SIM-Karte einlegt, kann er es vollständig nutzen.

Datenschutzrechtliche Bedenken

Allerdings ist längst nicht jeder von dem Vorschlag der grünen Verbraucherschützerin angetan. Das Bundesverbraucherministerium etwa bringt datenschutzrechtliche Bedenken an. So müsse derjenige, der ein Smartphone sperren lassen wolle, zweifelsfrei als Besitzer zu identifizieren sein. Die dafür notwendigen persönlichen Daten bergen ein gewisses Missbrauchspotential.

Höhn ist da anderer Ansicht. Ihrer Meinung nach erreicht die Qualität der notwendigen Daten keine neue Dimension. Die Gerätenummer sei ohnehin bekannt, und bei jedem gewöhnlichen Vertragsabschluss würden persönliche Daten verlangt. Die Stilllegung des Smartphones würde dabei ähnlich ablaufen wie die Sperrung der Kreditkarte. Die Telekom will es so weit gar nicht erst kommen lassen – und rät dazu, das Smartphone nicht unbeaufsichtigt liegen zu lassen.

Hier finden Sie weitere Tipps und Tricks zum Schutz für Smartphone-Diebstahl.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist seit Jahren Expertin im Bereich Smartphones und Smartphone-Tarife. Nach ihrem IT-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für eines der größten deutschen Telekommunikations-Unternehmen. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.