E-Plus Netzausbau
E-Plus bleibt mit der Anbindung an WhatsApp innovativ. Bild: E-Plus

Partnerschaft von WhatsApp und E-Plus: Erste Details nun bekannt

Bereits im Februar dieses Jahres kündigte der Mobilfunkanbieter E-Plus an, mit dem unter Smartphone-Nutzern weit verbreiteten Kommunikationsdienst WhatsApp zusammenarbeiten zu wollen.

Die genauen Modalitäten der Zusammenarbeit waren bislang nicht bekannt – bis jetzt: unter der Bezeichnung „WhatsApp SIM“ lässt sich eine Prepaidkarte erwerben, die eine ständige – und kostenlose – Verbindung zu WhatsApp garantiert.

Damit können Smartphone-Nutzer künftig auch ohne Guthaben Nachrichten per WhatsApp verschicken. Darüber hinaus läuft der Tarif ohne Vertragsbindung und bietet Telefonie, SMS und Datenverbindung zu marktüblichen Preisen an. Eine Gesprächsminute und eine SMS kosten etwa jeweils neun Cent, ein Megabyte Datenvolumen schlägt mit 24 Cent zu Buche.

Der Clou: selbst wenn der Kunde datenintensivere Formate wie Bilder oder Videos über WhatsApp verschickt, beansprucht dieser Vorgang nicht das Datenvolumen. Die monatliche Obergrenze liegt bei einem Gigabyte Datenvolumen, anschließend surft der Kunde mit einer geringeren Geschwindigkeit von 56 Kilobyte pro Sekunde.

Darüber hinaus haben Kunden die Möglichkeit, eine „WhatsAll“-Option zu buchen. Für zehn Euro im Monat erhält der Nutzer 600 beliebig verwendbare Einheiten. Eine Einheit kann damit wahlweise für eine SMS, eine Gesprächsminute oder ein Megabyte Datenvolumen aufgebracht werden.

„E-Plus schreibt Mobilfunkgeschichte“

Bei der E-Plus Gruppe ist man vom eigenen Schachzug begeistert. Dementsprechend konstatiert der Leiter der Pressestelle, Klaus Schulze-Löwenberg, in einer Mitteilung, dass sein Unternehmen nun „Mobilfunkgeschichte“ schreiben werde. Laut Schulze-Löwenberg handelt es sich dabei um die „erste Mobile Virtual Network Operator-Partnerschaft weltweit“.

Tatsächlich birgt die Zusammenarbeit großes Potential – aber auch Risiken. Mit mehr als 30 Millionen Nutzern alleine in Deutschland ist WhatsApp zweifellos der ungeschlagene Kommunikationsdienstleister. Allerdings zeichnen sich die Kunden in der virtuellen Welt nicht unbedingt durch langjährige Treue aus, neue Konkurrenzprodukte können sich schnell etablieren und die alten ablösen.

Künftig auch Telefonate über WhatsApp möglich

Doch der Smartphone-Nutzer zeichnet sich vor allem durch Bequemlichkeit aus. Nach dem Verkauf von WhatsApp an Facebook hatten zahlreiche Nutzer angekündigt, auf andere Nachrichtendienste umsteigen zu wollen. Passiert ist wenig: vor einigen Tagen meldete WhatsApp gar einen neuen Rekord: 64 Milliarden Nachrichten wurden an einem einzigen Tag mithilfe des Dienstes übermittelt.

Parallel zu der Zusammenarbeit kündigte WhatsApp an, künftig auch Telefonate über den Dienst zu ermöglichen – sollte E-Plus diese Funktion ebenfalls integrieren, dann wäre die proklamierte Mobilfunkgeschichtsschreibung wohl tatsächlich nicht zu hoch gegriffen.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist seit Jahren Expertin im Bereich Smartphones und Smartphone-Tarife. Nach ihrem IT-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für eines der größten deutschen Telekommunikations-Unternehmen. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.