PaperFold, das faltbare Smartphone
PaperFold ist der Prototyp eines faltbaren Smartphones mit E-Ink-Displays. Bild: Hersteller

PaperFold: Smartphone-Prototyp mit faltbarem E-Ink-Display

An faltbaren Smartphone-Displays tüfteln namhafte Hersteller zusammen mit unabhängigen Forschungsinstituten an technischen Innovationen, die die Branche grundlegend verändern könnten. Mit dem Paperfold haben nun Forscher des renommierten Human Media Labs in Kanada einen funktionsfähigen Smartphone-Prototypen mit faltbaren Display vorgestellt.

Die Wissenschaftler stellten das PaperFold kürzlich auf einer Konferenz in Toronto vor. Das Gerät besteht aus drei separaten E-Ink-Displays mit Touchscreen-Funktion. Die einzelnen Teile lassen sich über magnetische Scharniere miteinander verbinden und zerlegen sowie zusammenklappen. Wird das Gerät umgeklappt, lässt sich eines der Displays als Tastatur verwenden, der zweite Bildschirm dient tatsächliches Display und das letzte Teil sorgt für den nötigen Halt. Platzsparend ist das Prinzip ohnehin.

Zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten

Im Prinzip ist die Bandbreite der potentiellen Nutzungsmöglichkeiten sehr groß und wird nur durch den Erfindergeist der Entwickler begrenzt. Derzeit erkennt der Prototyp selbstständig, in welcher Form er gerade genutzt wird. Bei entsprechender Faltung lässt sich das Gerät etwa bereits als dreidimensionale Karte nutzen – und könnte dadurch den umständlichen Faltplan ersetzen. Die angezeigten Gebäude aus der 3D-Ansicht sollen sich anschließend über einen 3D-Drucker reproduzieren lassen – davon konnten viele Architekturstudenten bislang nur träumen.

Vor allem arbeitsteilige Prozesse dürften durch PaperFold erleichtert werden. So lässt sich ein Bildschirm für eine graphische Ansicht nutzen, während der andere Schirm ausschließlich die Werkzeuge zum Bearbeiten anzeigt. Bei der Betrachtung einer Galerie lässt sich ein ausgewähltes Foto in Großansicht auf einem separaten Display anzeigen. Auch lässt sich eine erhaltene E-Mail auf dem Zweit- (oder Dritt-)Schirm anzeigen – dadurch entfallen einige Arbeitsschritte, der Nutzer spart Zeit.

Langfristiges Entwicklungsziel: Smartphones mit Papier-Eigenschaften

Die E-Ink-Technologie, die beim PaperFold verwendet wird, gehört zu den energieeffizienten Darstellungsmethoden. Ansonsten dürfte bei drei Bildschirmen jeder Akku schnell an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit kommen.

Bislang findet die Technologie vor allem in E-Book-Readern Anwendung, bei Smartphones fristet sie bislang ein Nischendasein – das YotaPhone 2 etwa hat ein Zweit-Display auf E-Ink-Basis. Doch längst nicht alle Smartphone-Anwendungen lassen sich ohne Weiteres auf diese Weise darstellen.

Bei der Grundidee des Projektes stand der Werkstoff Papier Pate. „Die Entwicklung von Computern, die ähnliche Eigenschaften wie Papier aufweisen, ist das langfristige Forschungsziel unseres Teams“, so Dr. Vertegaal, der das Human Media Lab leitet.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist seit Jahren Expertin im Bereich Smartphones und Smartphone-Tarife. Nach ihrem IT-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für eines der größten deutschen Telekommunikations-Unternehmen. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.