Onyx E43
Das Onyx E43 besticht als Smartphone mit strompsarendem E-ink-Display. Bild: Hersteller

Onyx Boox E43: Smartphone ohne Telefon-Funktion

Lange Akkulaufzeit dank Display mit E-Ink-Technologie. Das Onyx E-Ink-Smartphone E43 will sich mit einem besonders geringen Stromverbrauch von handelsüblichen Smartphones abheben, fällt jedoch besonders wegen seiner vielen Fehlfunktionen auf.

Onyx Boox E43: Gut gedacht, schlecht gemacht

Seit Ende Juni kann das Onyx E43 alias Midia InkPhone “Explorer Edition” auf dem deutschen Markt erworben werden; die Auslieferung der Geräte startete am 4. Juli. Das 4,3 Zoll große E-Ink Smartphone des chinesischen Herstellers Onyx kann lediglich im Online-Store des Herstellers zu einem Preis von 149 Euro erstanden werden.

Alleinstellungsmerkmal des Smartphones ist der E-Ink-Bildschirm. Er kann zwar keine Farben, sondern nur Graustufen darstellen. Laut Hersteller kommt das E43 dafür jedoch bis zu einer Woche ohne Ladevorgang aus. Die ideale Low-End-Alternative für Reisen oder Festivals, so scheint es. Der langen Akkudauer stehen jedoch äußerst spärliche Hardware-Komponenten und eine lange Fehlerkette gegenüber.

Mit einem 512 MB großem Arbeitsspeicher und einem 1Ghz großen Einzelkern-Prozessor ist das 120 Gramm leichte Smartphone eher dünn ausgestattet. Besonders die Reaktionsschnelligkeit beim Tippen und Scrollen soll durch die geringe Leistung unmittelbar beeinträchtigt werden. Auch der interne Speicher kommt lediglich auf eine Größe von 512 Mbyte. Eine Kamera sucht man vergebens, ein individualisierbarer Home-Screen ist ohne Drittsoftware ebenso nicht möglich.

Probleme mit der Telefonie

Im Onyx E43 ist ein 4,3 Zoll E-Ink-Display mit einer Auflösung von 800 mal 480 Pixel mit Frontbeleuchtung verbaut. Die Optik ähnelt sehr der eines E-Book-Readers und Onyx liefert auch direkt eine Reader App mit. Allerdings kommt das Smartphone in seiner derzeitigen Version auch nur spärlich über die Funktionsweise eines Readers hinaus. Denn das Telefonieren gestaltet sich als äußerst problembehaftet, wenn gar unmöglich.

Offenbar hat der Hersteller die Registrierung des Produkts als Smartphone versäumt, sodass es bei Mobilfunkanbietern gesperrt und quasi nutzlos ist, was das Telefonieren oder SMS-Verschicken angeht. Grund hierfür ist laut mehrerer Testberichte eine Überschneidung von Seriennummern mit Nokia-Produkten.

Darüber hinaus existieren weitere Probleme sowohl auf Software- als auch auf Hardware-Seite. Als Betriebssystem nutzt das E-Ink-Smartphone Android 2.3. Derzeit aktuell ist allerdings Android in der 4.4-Version. Das führt dazu, dass viele aktuelle Apps mit der veralteten Version des Onyx E43 schlichtweg nicht kompatibel sind.

Zwar lässt sich der interne Speicher via SD-Karte erweitern. Viele Apps lassen jedoch nur auf den internen Speicher des Smartphones speichern, sodass trotz Erweiterung schnell Platzmangel entsteht.

Bevor diese Probleme nicht behoben sind, bleibt das Onyx E43 lediglich ein Mini-E-Book-Reader mit großen Ambitionen. Kann der Hersteller nachbessern, könnte sich aus dem E43 tatsächlich ein praktisches Low-End-Smartphone für Reisende entwickeln.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist seit Jahren Expertin im Bereich Smartphones und Smartphone-Tarife. Nach ihrem IT-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für eines der größten deutschen Telekommunikations-Unternehmen. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.