Nokia X-Serie
Die Nokia X-Serie besteht aus Nokia X, Nokia X+ und Nokia XL. Bild: Hersteller

Nokia X, Nokia X+ und Nokia XL: Nokia setzt auf Android-Smartphones

Auf der diesjährigen MWC in Barcelona stellte Nokia drei neue Smartphones vor – keines davon ein Windows-Smartphone, obwohl die Mobilfunksparte des finnischen Herstellers schon sehr bald für rund 5,4 Milliarden Euro von Microsoft übernommen wird. Stattdessen basieren die Geräte der sogenannten Nokia X-Serie auf einer stark modifizierten Variante des mobilen Betriebssystem Android des Hauptkonkurrenten Google. Dahinter steckt vor allem eine Marktstrategie.

So erinnert die Benutzeroberfläche – auch wenn sie auf Android basiert – an die Kacheloptik des Windows-Phones. Der für Plattformen und Technologie zuständige Manager bei Nokia, Peter Wang, erläuterte kürzlich in einem Interview die Motive dieser Entscheidung. Demnach sollen die Nutzer damit zunächst an die Windows-Oberfläche gewöhnt werden – und entscheiden sich dann nach Ansicht des Managers in der Folge beim Kauf ihres nächsten Smartphones für ein teureres und höherwertiges Gerät aus dem Hause Nokia – samt Windows Phone. Dabei hat das Unternehmen vor allem das riesige Wachstumspotential in den Schwellenländern im Blick.

Doch auch andere Gründe spielen laut Wang eine Rolle. So handele es sich bei dem Betriebssystem Android um eine sehr durchdachte Technologie, die sich in ausgereiften Chipsätzen und einer großen Hardware-Auswahl äußere.

Ausschließlich Microsoft-Dienste

Es überrascht nicht, dass Microsoft ob der Konkurrenz aus dem (bald) eigenen Hause zurückhaltend reagiert: „Es gibt Dinge, von denen wir mehr, und andere, von denen wir weniger begeistert sind“, soll ein Microsoft-Manager auf der MWC geantwortet haben, als er auf die Android-Smartphones aus dem Hause Nokia angesprochen wurde.

Allerdings werden die Smartphones ausschließlich auf Microsoft-Dienste setzen und Android lediglich als Unterbau verwenden. Konkret heißt das: kein YouTube, kein Google Play Store – stattdessen Skype und Bing vorinstalliert. App-Nutzer müssen mit angepassten Apps aus dem Nokia Store vorlieb nehmen oder auf Drittanbieter wie Yandex zurückgreifen.

Gutes Preisleistungs-Verhältnis

Die Vorteile dieses Vorgehens schlagen sich insbesondere im Preis/Leistungs-Verhältnis nieder. Dazu ein Blick auf die Hardware, die in den insgesamt drei Geräten der Nokia-X-Serie zum Einsatz kommt:

Das Nokia X weist bei einer Auflösung von 800 mal 480 Pixel eine Bilddiagonale von 4 Zoll auf. In dem Gerät kommt ein mit einem Gigahertz getakteter Dual-Core-Prozessor von Qualcomm zum Einsatz, wie er etwa auch in dem Einsteiger-Smartphone Huawei Y300 verbaut wurde. Der Wermutstropfen des relativ niedrigen Arbeitsspeichers mit 512 Megabyte Ram wird aufgewogen durch den Preis: Für 89 Euro soll das Gerät im Handel erhältlich sein.

Das Nokia X+ wird mit derselben Ausstattung ausgeliefert, hat jedoch mit 768 Megabyte etwas mehr Arbeitsspeicher als das X – Kostenpunkt: 99 Euro.

Das Nokia XL, das Premiummodell der Serie, unterscheidet sich lediglich durch das größere 5 Zoll-Display. Alle drei Geräte sollen mit bis zu 32 Gigabyte externem Speicher ausgerüstet werden können. Das Nokia XL soll für 109 Euro auf den Markt kommen.

Update 21.3.14 Das Nokia X wird (voerst) nicht in Deutschland verkauft. Amazon hat alle bisherigen Vorbestellungen storniert.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist seit Jahren Expertin im Bereich Smartphones und Smartphone-Tarife. Nach ihrem IT-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für eines der größten deutschen Telekommunikations-Unternehmen. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.