Nokia X-Serie
Die Nokia X-Serie besteht aus Nokia X, Nokia X+ und Nokia XL. Bild: Hersteller

Nokia Normandy oder Nokia X? Android-Smartphone von Nokia für MWC 2014

Nokia könnte beim kommenden MWC 2014 sein erstes Smartphone mit Android präsentieren. Kurz vor der kompletten Übernahme von Microsoft würde mit dem Normandy ein Telefon mit dem Betriebssystem des Konkurrenten kommen.

Nachdem seit Monaten Fotos des Geräts von dem Brancheninsider Evan Blass auf dessen Twitter-Account (@evleaks) veröffentlicht wurden, gilt mittlerweile eine Vorstellung auf dem MWC 2014 als sehr wahrscheinlich. Der Mobile World Congress (MWC) 2014 findet vom 24. bis 27. Februar in Barcelona statt. Journalisten wurden bereits zu einer angesetzten Nokia-Pressekonferenz  am 24. Februar eingeladen, die um 8:30 Uhr beginnen soll und zudem andere Lumia-Smartphones der Öffentlichkeit präsentieren soll.

Das Normandy ist verglichen zu Top-Smartphones eher spartanisch ausgestattet. So soll das Dual-SIM-Smartphone mit einem 4-Zoll-großen Display ausgestattet sein, das mit 854 x 480 Pixeln auflöst. Der angebliche Dualcore könnte eine Taktrate von 1 GHz aufweisen. Der Arbeitsspeicher soll 512 MB groß sein und ein 1500-mAh-fassender Akku für Energie sorgen. Lediglich 4 GB soll der interne Speicher betragen, jedoch auf bis zu 32 GB erweiterbar sein. Das Smartphone könnte bereits mit Android 4.4.2 ausgeliefert werden und nur 110 US-Dollar kosten. Mit einer Veröffentlichung ist kurz nach dem MWC 2014 zu rechnen.

Fraglich ist, ob diese Ausrichtung Nokias zum Billigpreis-Segment von Dauer sein wird. Normalerweise produziert Nokia ausschließlich für das Smartphone-Betriebssystem Windows Phone, dieses funktioniert jedoch nur auf leistungsstärkeren Prozessoren. Mit dem Normandy könnte das Unternehmen in Schwellenländern größere Erfolge erzielen, wo derzeit preisgünstige Smartphones hohe Verkaufszahlen aufweisen.

Trotz des Einsatzes von Android sollen auf dem Nokia Normandy die zugehörigen Nokia-Dienste installiert sein. Der Benutzer würde also auf Kartendienste und verschiedene Apps von Nokia zurückgreifen, statt etwa auf Google Maps. Bei dieser modifizierten Android-Version würden wohl, ähnlich dem System von Amazons Kindle, die meisten Android-Apps funktionieren; eine Anbindung an den Google Play Store wäre jedoch nicht vorhanden. Trotz Android soll die Oberfläche wie das Design von Windows Phone mit den typischen bunten Kacheln daherkommen.

Ein Smartphone mit Android würde verkaufstechnisch Sinn machen. Nokia hat seit 2011 ausschließlich Smartphones mit dem Betriebssystem Windows Phone entwickelt, das bisher lediglich auf einstellige Marktanteile kommt. Android soll dagegen auf bis zu 80% der verkauften Smartphones installiert sein. Nokia könnte sich auf diese Weise gegen iPhones und teurere Android-Geräte positionieren.

Geschrieben von Johannes

Der Autor ist App-Entwickler, Hardware- und Tarif-Experte. Auf Smart-Phoner schreibt er über alle Themen rund um Handy und Smartphone. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.