Xiaomi
Xiaomi ist bei uns noch völlig unbekannt, aber in China Marktführer. Bild: Screenshot Homepage Xiaomi

Mi Pad: Xiaomi stellt ersten Tablet-Androiden vor

Vergangene Woche hat der erst 2010 gegründete Smartphone-Hersteller Xiaomi mit dem Mi Pad sein erstes Tablet vorgestellt. Es erinnert nicht nur äußerlich stark an die Tablet-Konkurrenz von Apple, auch die Software sieht ähnlich aus.

Eigentlich ging die Netzgemeinde davon aus, dass der chinesische Smartphone-Hersteller Xiaomi vergangene Woche in Peking auf seiner medienwirksam angekündigten Pressekonferenz mit dem Xiaomi Mi3S den langerwarteten Nachfolger des Xiaomi Mi3 vorstellen würde. Dementsprechend groß war die Überraschung, als der derzeit offensivste Wachstumstreiber in der chinesischen Smartphone-Branche seinen ersten Tablet-Androiden vorstellte.

Mi Pad mit Gaming-Chipsatz von Nvidia

Schon auf den ersten Blick fällt die frappierende Ähnlichkeit mit dem iPad Mini von Apple auf. Anstelle des Metallgehäuses setzt Xiaomi jedoch auf eine bunte Kunststoffverkleidung in den Farben Gelb, Hellblau und Rot. Die Maße (202 mal 135,4 mal 9,5 Millimeter) und das Gewicht (360 Gramm) gleichen sich ebenfalls. Das Mi Pad bringt es mit seinem 7,9 Zoll Display auf eine HD-Auflösung von 2048 mal 1536 Bildpunkten – das entspricht 326 ppi und somit exakt der Darstellungsqualität des iPad aus dem Hause Apple.

Im Inneren des Tablets kommt der neueste Vierkern-Prozessor aus dem Hause Nvidia zum Einsatz. Die CPU hört auf den Namen Tegra K1 und arbeitet mit einer Taktrate von 2,2 Gigahertz. Dabei ist ein Teil der zum Einsatz kommenden Grafikeinheit eigens für Spiele vorgesehen – damit profitiert Xiaomi von der jahrzehntelangen Expertise von Nvidia im Bereich Computerspiele. In ersten Benchmarks konnte das Mi Pad einige Modelle der Konkurrenz bereits hinter sich lassen.

Tablet mit Spitzen-Ausstattung – Einbußen bei Mobilfunkstandards

An Arbeitsspeicher hat Xiaomi dem Mi Pad zwei Gigabyte spendiert. Der interne Arbeitsspeicher lässt sich mit 16 oder 64 Gigabyte wählen – beide Varianten lassen sich jedoch auf bis zu 128 Gigabyte erweitern. Der Akku kommt auf eine mehr als ordentliche Kapazität von 6700 mAh. Damit kann laut Xiaomi am Stück etwa Videomaterial von rund elf Stunden angesehen oder Musik mit einer Länge bis zu 86 Stunden gehört werden.

Für selbst aufgenommene Fotos und Videos kommt auf der Rückseite des Mi Pads eine 8-Megapixel-Kamera zum Einsatz. Auf der Front prangt eine Kamera mit einer Auflösung von fünf Megapixeln.

Der einzige Wermutstropfen des Tabloids ist der fehlende UMTS-Mobilfunkstandard. Schneller als mit WLAN kommt das Mi Pad nicht ins Netz. Interessanterweise erinnert die Benutzeroberfläche sehr stark an Apples iOS 7 – obwohl eine neue Version der hauseigenen MIUI-Oberfläche auf Basis von Androids 4.4.2 Kitkat zum Einsatz kommt. Damit scheint sich die Eingangs formulierte Nähe zu Apple vollends zu bestätigen.

Derzeit ist noch unklar, wann das Android-Tablet Mi Pad in den Handel kommt. In China wir das Tablet in der 16-Gigabyte-Variante für umgerechnet gerade einmal 175 Euro auf den Markt kommen, der Verkaufsstart ist dort für Anfang Juni angesetzt.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist seit Jahren Expertin im Bereich Smartphones und Smartphone-Tarife. Nach ihrem IT-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für eines der größten deutschen Telekommunikations-Unternehmen. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.