HTC One (M8)
Das HTC One (M8) sieht sehr schick aus. Im Ausland ist es auch als Dual-Sim-Smartphone erhältlich. Bild: Hersteller

HTC plant Kamera mit optischem Zoom

Eigentlich hätte das Entwicklerteam des taiwanesischen Smartphone-Herstellers HTC allen Grund, sich fürs erste zurückzulehnen, gelang ihm mit der Premiere des neuen HTC One (M8) doch erneut der Aufstieg in den Smartphone-Olymp.

Besonders stolz war man dabei auf die innovative zwei-Kamera-Lösung auf der Rückseite, durch die den geschossenen Bildern eine zusätzliche Tiefe verliehen wird. In einem Interview hat der Kameraexperte bei HTC, Symon Whitehorn, kürzlich bekanntgegeben, an Smartphone-Kameras mit einem optischen Zoom zu tüfteln.

Die Geschichte des optischen Zooms reicht bei Handys respektive Smartphones noch nicht allzu weit in die Vergangenheit zurück: 2006, also vor rund 8 Jahren, stellt Nokia mit dem N93 ein Handy mit einem 3-fach optischen Zoom vor. Damit zählte es locker zur absoluten Elite der Kamera-Handys. Mittlerweile gelten insbesondere die Smartphones der Samsung Galaxy Zoom-Serie als Spitzenreiter dieser Technologie. Über das kommende Modell – das S5 Zoom – sind bereits zahlreiche Gerüchte im Umlauf.

Ein optischer Zoom vergrößert die Objekte für die Fotoaufnahme, ohne dass die Kamera dabei ihre Position zum aufzunehmenden Objekt ändern würde. Somit kann der Aufnahmewinkel auf optisch sehr ansprechende Weise verändert werden. Im Gegensatz dazu arbeitet der digitale Zoom gewissermaßen mit einer Zoom-Simulation, da er die Informationen „hochrechnet“, also im Prinzip ähnlich arbeitet wie die Ausschnittvergrößerung eines beliebigen Bildbearbeitungsprogramms.

Erster optischer Zoom von HTC 2015

Nun sagt HTC dem Branchenprimus Samsung den Kampf an. Laut Whitehorn plant das Unternehmen, in den nächsten 12 bis 18 Monaten eigene Smartphone-Kameras mit optischem Zoom auf den Markt zu bringen. Damit erklärt sich, weshalb bereits die Hauptkamera des Flaggschiffs One (M8) mit einer relativ geringen Auflösung von 4,1 Megapixeln auskommt – die Auflösung verliert bei einem optischen Zoom massiv an Bedeutung.

Dahinter stehen strategische Überlegungen, wie Whitehorn im Interview erklärt. Demnach sollen die qualitativen Verbesserungen der Smartphone-Kameras dazu führen, dass eine klassische Fotokamera immer seltener gebraucht wird: „Es wird immer schwieriger, abseits von nostalgischen oder beruflichen Beweggründen den Kauf einer gesonderten Kamera zu rechtfertigen“, so der Kamera-Spezialist.

Realistische Zukunftsmusik

Whitehorn hofft sogar, dass die Smartphone-Kameras in etwa zwei Jahren an die Qualität von Spiegelreflex-Kameras heranreichen. Dabei gehe es ihm jedoch mehr um das „Feeling“ denn um die konkreten Resultate – schließlich ist er sich der Kosten- und Materialgrenzen bewusst: „Wir versuchen, die Leistung von Kameras zu erreichen, bei denen alleine ein Stück Glas im Inneren 3000 Pfund kosten kann.“

Abschließend spekulierte Whitehorn in dem Interview über das Potential zwischen den Kamera-Herstellern und der Smartphone-Industrie. Er plädiert dafür, sich weniger als Konkurrenz wahrzunehmen und mögliche Kooperationsfelder auszuloten. Nokia mit seiner Lumia-Serie ist hier mit dem Gebrauch von hochwertigen Zeiss-Objektiven bereits den ersten Schritt gegangen.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist seit Jahren Expertin im Bereich Smartphones und Smartphone-Tarife. Nach ihrem IT-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für eines der größten deutschen Telekommunikations-Unternehmen. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.