Motorola Ara, das modulare Smartphone
Ara ist ein Projekt von Google (ehemals Motorola) für ein modulares Smartphone. Bild: Motorola

Google Project Ara: Smartphone kommt Anfang 2015

Ende des vergangenen Jahres sorgte Google mit der Vorstellung eines Konzepts für modulare Smartphones für Aufsehen. Unter der Bezeichnung „Project Ara“ soll der Kunde selbst über die Ausstattung seines modularen Smartphones bestimmen können. Nun verdichten sich die Hinweise, wonach Project Ara bereits Anfang des nächsten Jahres realisiert werden könnte – und Google das japanische Unternehmen Toshiba für die Herstellung des Chips gewinnen konnte.

Demnach berichtete die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei, dass Toshiba als bevorzugter Lieferer ausgewählt wurde und drei unterschiedliche Prozessoren für Project Ara herstellen wird. Insbesondere der Fluss von elektrischen Signalen und Daten zwischen den einzelnen Modulen und dem Grundmodul soll über die Toshiba-Prozessoren abgewickelt werden. Anfang des nächsten Jahres soll die Massenfertigung der Chips anlaufen, ebenso wie der Verkaufsstart des modularen Smartphones.

Modulares Smartphone mit Endoskelett

Das neuartige Smartphone des Project Ara basiert auf eine simplen wie genialen Idee: Über eine als Endoskelett bezeichnete Grundstruktur können einzelne Hardware-Module ganz nach Wunsch angefügt werden. Die einzelnen Bestandteile werden ganz einfach mithilfe von permanenten Elektromagneten am Gehäuse befestigt. So können sich die Smartphone-Nutzer etwa für ein großes Display entscheiden, einen stärkeren Akku einfügen oder einen besseren Prozessor auswählen. Defekte Module sollen ganz einfach während des laufenden Betriebs ausgetauscht werden können und keinen Neustart des Gerätes erfordern.

Das Endoskelett besteht aus Aluminium und soll bis zu sechs Jahre halten. Die Kommunikation zwischen den einzelnen Modulen regelt der UniPro-Standard. Trotz der einzelnen Komponenten wird das Ara-Smartphone mit einer Dicke von 9,7 Millimetern nicht wesentlich platzraubender ausfallen als die Geräte der Konkurrenz.

Ara-Smartphone mit Android

Das modulare Ara-Smartphone wird mit Android betrieben werden. Derzeit liegen noch keine Treiber für das Projekt vor, doch das Ara-Team verspricht, die Kompatibilität bis Dezember sicherzustellen. Daneben tüfteln Entwickler der Firma Sosolimited an einer App, die den Austausch und das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten erleichtern soll.

Der Verkaufspreis der als Gray Phone bezeichneten Basisversion soll sich auf rund 50 Dollar belaufen. Ursprünglich arbeitete die hauseigene Forschungsabteilung von Motorola an der Idee, doch nachdem das Unternehmen von Lenovo gekauft wurde, konnte sich Google die Rechte an Project Ara sichern. Nun hooft man, die einzelnen Module in Zukunft ähnlich wie Apps in seinem Google Play Store verkaufen zu können.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist seit Jahren Expertin im Bereich Smartphones und Smartphone-Tarife. Nach ihrem IT-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für eines der größten deutschen Telekommunikations-Unternehmen. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.