Motorola Ara, das modulare Smartphone
Ara ist ein Projekt von Google (ehemals Motorola) für ein modulares Smartphone. Bild: Motorola

Google präsentiert Prototyp von Project Ara

Ende des vergangenen Jahres sorgte Google mit der Vorstellung des „Project Ara“ für Aufsehen. Hinter dem Codenamen verbirgt sich ein Konzept für modulare Smartphones. Ursprünglich werkelte Motorola an der Idee, doch nach dem Verkauf an von Motorola an Lenovo sicherte sich Google die Rechte an dem Projekt. Nun hat es in einem Video erstmals einen Prototyp vorgestellt.

Das Konzept ist so simpel wie genial: Jeder interessierte Kunde erwirbt zunächst ein Endoskelett, also eine Art Grundmodul. Danach bestimmt der Kunde selbst, welche technischen Raffinessen sein Endgerät aufweisen soll. Die Größe des Displays, der Prozessor, die Laufzeit des Akkus, mehr Arbeitsspeicher – das alles kann der Kunde mithilfe individueller Bauteile frei entscheiden. Bei herkömmlichen Geräten mit geschlossener Bauweise stellt schon der Wechsel des defekten Akkus den Smartphone-Nutzer vor unlösbare Probleme.

Module mit Elektromagneten

Nun wurde dem Designer von Phonebloks, Dave Hakkens, Zutritt zu einer Vorstellung des neuesten Prototypen in den heiligen Hallen von Google gewährt. Hakkens hat seine Stippvisite in einem Video festgehalten – dieses liefert neue Erkenntnisse: wurden die gewünschten Bauteile in einem ersten Video noch über ein einfaches Aufsteck-System auf das Grundmodul gezogen, werden die Module in der neusten Variante mithilfe von permanenten Elektromagneten am Gehäuse befestigt.

Auch die Softwaremacher sind bei dem Projekt gefordert. Laut Google tüfteln die Entwickler der Firma Sosolimited an einer App, die mit der individuellen Zusammenstellung des Ara-Smartphones kompatibel ist und den Nutzer den Austausch der Komponenten erleichtert.

Nutzungsmöglichkeiten abseits des Smartphones

Ginge es nach Google, ließe sich das Grundmodell auch in anderen Bereichen nutzbar machen. Denkbar sei der Einsatz von Ara beispielsweise auch im Konsolenbereich, der Spieler könnte sich etwa seinen individuellen Controller zusammenstellen.

Google lädt das interessierte Fachpublikum zu einer Konferenzreihe zum Thema Project Ara ein. Die erste wird bereits in der kommenden Woche – am 15. und 16. April stattfinden. Dort wird Google eine erste Version des Smartphones vorstellen.

Angeblich sollen die ersten Project-Ara-Smartphones bereits im kommenden Jahr auf den Markt kommen. Das Grundmodul soll etwa 50 US-Dollar, also rund 36 Euro kosten, und in den Größen Mini, Medium und Jumbo erhältlich sein. Passend zur Philosophie des Projekts werden sich auch das Aussehen und sogar das Material des Smartphones individuell bestimmen lassen – 3D-Drucker machen es möglich.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist seit Jahren Expertin im Bereich Smartphones und Smartphone-Tarife. Nach ihrem IT-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für eines der größten deutschen Telekommunikations-Unternehmen. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.