Smartphoner-News-Platzhalter

Google lässt Kombination aus Smartphone und Notebook patentieren

Der Internetkonzern Google hat in den USA ein Patent für eine Kombination aus Smartphone und Notebook erteilt bekommen. Das abnehmbare Smartphone kann autonom verwendet werden oder in eine Notebook-Vorrichtung gesteckt werden.

Grundsätzlich ist diese Idee nicht neu. Der finnische Handykonzern Motorola griff die Idee bereits mit seinem Lapdock auf. Bei diesem Konzept konnten kompatible Motorola-Smartphones in ein Laptop-Deck gesteckt werden, welches mit einer physischen Tastatur und einem 11,6-Zoll-Bildschirm vor allem für reguläre Bürotätigkeiten geeignet war. Allerdings stellte Motorola die Produktion des Lapdocks aufgrund mangelnder Nachfrage 2012 wieder ein – mit 300 bis 400 Euro war das Lapdock vielen Smartphone-Nutzern schlicht zu teuer.

Asus griff mit seinem Padfone den konzeptionellen Faden wieder auf. Dabei handelt es sich um ein Tablet-Gehäuse, in welches das Smartphone gesteckt werden kann. Anschließend kann der Nutzer auf die Daten des Smartphones zurückgreifen. Auf Wunsch lässt sich das Tablet dann in eine Docking-Tastatur einstecken – somit wird aus dem Smartphone im Handumdrehen ein Netbook. Der Hybride setzt also zumindest in Puncto Flexibilität neue Maßstäbe.

Symbiotisches Verhältnis beim Patent von Google

Demgegenüber beruht das neue Patent von Google darauf, dass sowohl Smartphone als auch Notebook unabhängig voneinander funktionieren. Dies dürfte sich auch in einem erheblich teureren Preis wiederspiegeln. So wird das abnehmbare Smartphone für den Zugang zum Netz sorgen und seine Lautsprecher und das Mikrofon zur Verfügung stellen. Das Notebook wird einen großen Akku haben, das Smartphone mit Strom versorgen und die restliche Infrastruktur – etwa für umfassende Büroarbeiten – bereitstellen.

Ein langer Weg vom Patent zur Markteinführung

Das zugrundeliegende Prinzip nimmt sich zumindest der großen Schwachstelle bisheriger modular aufgebauter Lösungen an: So funktionierten sämtliche Konzepte – sowohl das Lapdock von Motorola als auch das Padfone von Asus – nur zusammen mit dem Smartphone als dem Kernstück. Die autonome Funktionsweise von Smartphone und Notebook ermöglicht eine engere Verzahnung beider Geräte. So könnte das Notebook etwa unterwegs auf die Daten des Smartphones zurückgreifen – und umgekehrt. Demgegenüber lässt sich das Notebook hervorragend als Ladestation für das Smartphone nutzen. An einer anderen Front träumt Google schon länger von einer engeren Verzahnung: Unter dem Arbeitstitel Project Hera sollen Android und der hauseigene Browser Google Chrome künftig besser zusammenarbeiten.

Unter der Patent-Nummer 8.649.821 hatte Google den Antrag bereits im September 2012 eingereicht. Dabei gilt es zu beachten, dass nur ein kleiner Bruchteil der erworbenen Patente tatsächlich umgesetzt wird.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist seit Jahren Expertin im Bereich Smartphones und Smartphone-Tarife. Nach ihrem IT-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für eines der größten deutschen Telekommunikations-Unternehmen. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.