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Google: Geheime Absprachen mit Smartphone-Herstellern?

Der Internetgigant Google steht unter Verdacht, seine enorme Marktmacht für geheime Absprachen mit Smartphone-Herstellern missbraucht zu haben. So zumindest lautet der Vorwurf einer im US-Bundesstaat Kalifornien eingereichten Klage gegen den Riesenkonzern.

Ist Google an Android gekoppelt?

In dem Rechtsstreit lautet der Hauptvorwurf, dass Google den Geräteherstellern vorgeschrieben haben soll, die firmeneigene Suchmaschine in die Smartphone-Software zu integrieren. Darüber hinaus soll Google den Hardware-Herstellern auch bei seinen Produkten YouTube sowie dem Google Play Store strenge Vorgaben gemacht haben.

Hätten die Unternehmen den Vorgaben nicht zugestimmt, ihre Smartphones hätten wohl nicht mit Android erscheinen können – somit habe Google nach Ansicht der Kläger seine Marktposition zu sehr ausgenutzt. Grundlage der Klage sind geheime Absprachen mit den Smartphone-Herstellern Samsung und HTC, die Anfang 2011 ans Licht kamen. Google beharrt hingegen darauf, dass die Android-Architektur nicht zwangsläufig mit der Suchmaschine gekoppelt sein müsse.

Immer wieder stehen die großen Unternehmen im Smartphone-Universum in Verdacht, sich mit unlauteren Methoden einen Wettbewerbsvorteil zu beschaffen oder im Verbund mit den anderen Technikriesen monopolartige Strukturen zu bilden.

Geheime Lohnabsprachen kosten die Arbeitnehmer Milliarden

Zuletzt sorgte die bislang teuerste Sammelklage in der Geschichte des Silikon Valleys für Aufsehen. Im Fadenkreuz der Judikative stehen die vier Unternehmen Apple, Google, Intel und Adobe. Diese sollen sich stillschweigend darauf geeinigt haben, gegenseitig keine Fachkräfte abzuwerben. Durch die laut Anklage von Apple-Gründer Jobs und dem damaligen Google-Chef Eric Schmidt begonnene Praxis sollen den Arbeitnehmern im Silikon Valley Lohnzuwächse in Milliardenhöhe entgangen sein. Schließlich werden die Fachleute ohnehin bereits äußerst gut bezahlt, ein offener Wettbewerb um die cleversten Köpfe hätte exorbitante Gehaltssteigerungen zu Folge.

Insbesondere der mittlerweile verstorbene Gründer von Apple, Steve Jobs, zeichnet sich durch eine äußerst aggressive Strategie zur Durchsetzung des Gehaltskartells aus. Aus dem öffentlich gemachten Schriftverkehr zwischen ihm und den Chefs anderer Großkonzerne geht deutlich hervor, dass er selbst vor Drohungen nicht haltmachte, um die CEOs auf seine Linie einzuschwören.

Das sogenannte Gehälterkartell hat sich demnach im Laufe der Zeit auf rund ein Dutzend weiterer Firmen ausgeweitet, darunter Platzhirsche wie Dell, IBM, eBay, Microsoft und Dreamworks. Diese Konzerne haben sich jedoch 2010 durch hohe außergerichtliche Vergleiche freigekauft und stehen bei der Sammelklage nicht auf der Anklagebank. Sie gelobten, künftig keine Absprachen mehr durchzuführen.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist seit Jahren Expertin im Bereich Smartphones und Smartphone-Tarife. Nach ihrem IT-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für eines der größten deutschen Telekommunikations-Unternehmen. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.