Galaxy Gear, die Smartwatch von Samsung
Das ist die Samsung Galaxy Gear, die erste Smartwatch von Samsung. Foto: Hersteller

Gerüchte um Samsung Smartwatch: Ersetzt sie das Smartphone?

Gerüchten zufolge könnten die Smartwatches der Galaxy-Gear-Reihe von Samsung bald Zuwachs bekommen – mit einem neuen Armbandgerät, das nicht weniger als ein vollwertiger Smartphone-Ersatz sein möchte.

Nach Angaben des renommierten Wall Street Journal soll die bislang noch namenlose neue Smartwatch von Samsung bereits in den kommenden Monaten auf den Markt gebracht werden. Ein konkreter Termin steht indes noch aus. Es heißt, Samsung stehe in Hinblick auf die Vermarktung des Geräts derzeit noch in Verhandlungen mit potentiellen Netzbetreibern.

Damit markieren die Gerüchte nur die vorläufige Spitze des Eisbergs, denn immer mehr Hersteller arbeiten an der Smartphone-Erweiterung im Armbandformat. Das südkoreanische Unternehmen LG etwa plant das Release seiner LG G Watch für Juli diesen Jahres, und auch die Konkurrenz in Gestalt von Motorola hat bereits die Motorola Moto 360 vorgestellt – hier ist der Name Programm, dient er doch als dezenter Hinweis auf die runde Formgebung der Smartwatch, die auch Träger von eher klassisch gehaltenen Armbanduhren ansprechen dürfte.

Smartphone steht unter Rechtfertigungszwang

Die neue Smartwatch von Samsung setzt demgegenüber auf eine vollumfassende Funktionalität. So werde es nicht nur möglich sein, mit dem Gerät SMS und E-Mails zu empfangen, sondern auch regulär im Netz zu surfen, Apps zu nutzen und zu telefonieren. Durch einen Kartenschacht für die SIM-Karte könnte es passieren, dass das Smartphone gegenüber seinem Besitzer in Rechtfertigungszwang gerät.

Hierfür spricht auch der Umstand, dass die derzeitige Entwicklung bei Smartwatches den Kritikern den Wind aus den Segeln nimmt: Lange Zeit hieß es, dass der verbaute Akku, der schon aus Platzgründen eher bescheiden ausfallen muss, nicht genügend Kraft habe, um sämtliche Funktionen aus dem Smartphone-Bereich zu stemmen. Zuletzt entkräftete die Pearl-Smartwatch Simvalley Mobile das Argument: Sie hielt in einem Praxistest ganze zehn Tage lang durch – samt SIM-Karten-Funktion und bei einer Akku-Kapazität von gerade einmal 600 Milliamperestunden.

Samsung setzt auf Tizen – und bleibt Google dennoch treu

Das Ergebnis zeigt auch, dass das Display nach wie vor der größte Stromfresser ist. Hier haben Smartwatches einen großen Vorteil, da sie nur einen kleinen Bildschirm mit geringen Pixeldichten verarbeiten müssen.

Nach neuesten Gerüchten wird Samsung bei der Benutzeroberfläche nicht auf Android zurückgreifen. Stattdessen soll das in Kooperation mit Intel entwickelte Betriebssystem Tizen zum Einsatz kommen. Das bedeutet aber nicht, dass die Zusammenarbeit zwischen Samsung und Google im Bereich von Smartwatch-OS komplett eingestellt wird: Derzeit arbeitet Google an einer eigens für Smartwatches optimierten Oberfläche namens Android Wear. Dabei steht Samsung ebenfalls auf der Liste der teilnehmenden Hardware-Partner.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist seit Jahren Expertin im Bereich Smartphones und Smartphone-Tarife. Nach ihrem IT-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für eines der größten deutschen Telekommunikations-Unternehmen. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.