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Foxconn: Der Apple-Zulieferer

Egal ob Automobil-, Kleider-, oder Elektronikindustrie: Üblicherweise findet sich kaum ein Zulieferbetrieb im Fokus der weltweiten Aufmerksamkeit, die meisten bleiben der Anonymität verhaftet. Dies entspricht auch dem Willen ihrer Auftraggeber, die schließlich den Alleinanspruch auf Markennamen und -image innehaben.

Bei dem Apple-Zulieferer Foxconn ist das anders. Schlechte Produktionsbedingungen, Arbeitersuizide, massive Gewinnzahlen – immer wieder sorgt das 1974 gegründete Unternehmen mit Sitz in Taiwan für Schlagzeilen.

Zuletzt berichteten deutsche Medien unter Berufung auf das renommierte Wall Street Journal (WSJ), dass Foxconn seinen Gewinn im vergangenen Jahr um 13 Prozent steigern konnte. Demnach belaufe sich der Nettogewinn des börsennotierten Unternehmens auf rund 3,5 Milliarden Dollar.

Hohe Verkaufszahlen von iPhones und iPads

Insbesondere die guten Verkaufszahlen von Apples iPhone und iPad hätten zu den steigenden Gewinnen beigetragen. So verkaufte Apple alleine im letzten Quartal weltweit rund 51 Millionen iPhones und 26 Millionen iPads. Das kalifornische Unternehmen nimmt in der Wachstumsstrategie von Foxconn eine wichtige Rolle ein: rund 40 Prozent des Gesamtumsatzes wird laut WSJ inzwischen durch Produktlinien für Apple erwirtschaftet. Doch daneben gehören auch renommierte Unternehmen wie Microsoft, Nokia und Motorola zu den Großkunden von Foxconn.

Hohe Wachstumsziele des Unternehmens

Ein grundlegendes Anliegen jedes Unternehmens ist jedoch die möglichst weitgehende Diversifizierung. Foxconn investiert rund 90 Millionen Dollar in neue Fertigungstechniken und in neue Software-Lösungen, um seine Abhängigkeit von Apple langfristig auszugleichen.

Der Konzern beschäftigt weltweit mehr als eine Million Mitarbeiter und strebt im Laufe der kommenden Dekade eine Umsatzsteigerung auf rund 240 Milliarden Dollar an. Dies wäre rund zweieinhalb mal so viel wie 2013. Zu diesem Zweck erwägt Foxconn laut Firmenchef Terry Gou sogar den Bau eigener Fabriken in den USA. Im November kündigte das Unternehmen an, rund 40 Millionen Dollar in eine Fertigungs- und Forschungsstätte im US-Bundesstaat Pennsylvania investieren zu wollen.

Der Hintergrund dieser Entscheidung sind sicherlich nicht die ungleich höheren Arbeitskosten in den Vereinigten Staaten. Vielmehr arbeitet Foxconn mit dem direkten Apple-Konkurrenten Google zusammen. Beide verbindet der Wunsch, mithilfe von fortschrittlichen Robotern neue Maßstäbe im Bereich der Automatisierung von Fertigungsprozessen zu setzen. Im vergangenen Jahr kam es wiederholt zu Treffen zwischen  Foxconn-Chef Gou und dem ehemaligen Android-Chef Andy Rubin.

Während es Google darum geht, sich in der industriellen Fertigung von Roboter-Elektronik zu etablieren und dadurch mit dem technisch äußerst versierten Online-Riesen Amazon mitzuhalten, profitiert Foxconn durch die Automatisierung, indem diese die Kosten des Faktors Arbeit senkt – aufgrund der steigenden Lohnkosten und einer zunehmend selbstbewusster auftretenden Arbeiterschaft durchaus ein Problem für den Branchenriesen.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist seit Jahren Expertin im Bereich Smartphones und Smartphone-Tarife. Nach ihrem IT-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für eines der größten deutschen Telekommunikations-Unternehmen. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.