Cortana, der Microsoft-Sprachassistent
Cortana ist der Sprachassistent von Microsoft wie Siri von Apple oder Google Now. Bild: Microsoft

Cortana: Microsoft-Sprachassistent auch für Android und iOS

Vor kurzem stellte Microsoft die neuste Version 8.1 seines Betriebssystems Windows Phone vor. Wichtigste Neuerung des Updates ist die Einführung des persönlichen Sprachassistenten Cortana. Nun lässt Microsoft verlauten, dass Cortana langfristig neben Windows-PCs auch auf Geräten mit Android und iOS zum Einsatz kommen könnte.

Windows Phone sei nur ein Anfang für Cortana, ließ Marcus Ash, der Group Program Manager für Windows Phone auf einer Konferenz in Seattle durchblicken. Doch die Überlegungen gehen bei Microsoft gehen noch viel weiter. So könnte es bald auch Android- und iOS-Versionen von Cortana geben.

Cortana braucht Informationen der Nutzer

Die Entscheidung scheint logisch. Schließlich kommen die Vorteile von Cortana erst dann voll zum tragen, wenn das Programm auf möglichst viele Informationen zurückgreifen kann. Dies ist jedoch nicht möglich, wenn der Nutzer etwa einen Windows-PC und gleichzeitig einen Smartphone-Androiden nutze.

Offensichtlich orientiert sich Microsoft an der Produktstrategie von Google, denn dort ist der hauseigene Sprachassistent Google Now nicht nur auf Android-Smartphones vertreten, sondern teilweise auch in der Google iPhone-App. Allerdings stehen sämtliche Software-Lösungen vor dem Problem, dass die Anwender erst von den Vorzügen des jeweils fremden Sprachassistenten überzeugt werden müssen – schließlich liegt es nahe, einfach diejenige Software zu benutzen, die fest in das jeweilige Betriebssystem integriert ist.

Microsoft öffnet sein Ökosystem

Derweil steckt die Öffnung der Programmdienste für andere Betriebssysteme noch in den Kinderschuhen. So bietet Microsoft etwa bereits seine Bing-Apps für Android und iOS an. Apple hat sich demgegenüber für die Suchtechnik von Microsoft geöffnet. Derzeit erwartet die Netzgemeinde die Android-Version von Office.

Grundsätzlich dürfte dabei Android die naheliegendere Option für Microsoft sein, da der Konzern mit der Nokia-X-Reihe bereits Android-Smartphones in seinem Portfolio hat.

Auch bei der Entwicklung der Microsoft Smartwatch lässt sich deutlich der Wunsch nach einer Öffnung des eigenen Ökosystems herauslesen. Die smarte Uhr wird aller Voraussicht nach für sämtliche Benutzeroberflächen und Betriebssysteme offen sein. Seit der neue Microsoft-CEO Satya Nadella das Motto „Mobile first, Cloud first“ ausgerufen hat, beobachten Kenner des Marktes einen neuen Pragmatismus im Umgang mit firmenfremden Soft- und Hardwarelösungen.

Wann genau der Microsoft-Sprachassistent seinen Weg auf die Betriebssysteme der anderen Anbieter findet, ist indes noch unklar.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist seit Jahren Expertin im Bereich Smartphones und Smartphone-Tarife. Nach ihrem IT-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für eines der größten deutschen Telekommunikations-Unternehmen. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.