Lenovo Ideatab S6000
Lenovo ist bereits mit Tablets wie dem Ideatab S6000 in Deutschland vertreten. Bild: Hersteller

Chinesische Smartphone-Hersteller machen Apple und Samsung Konkurrenz

Auf dem globalen Smartphone-Markt lieferten sich bislang insbesondere die beiden Platzhirsche Apple und Samsung einen Kampf um die größten Marktanteile. Spätestens seit dem diesjährigen MWC in Barcelona dürfte klar sein, dass die Konkurrenz aus dem Reich der Mitte kommt – und sich anschickt, Marktanteile in Europa und in den USA zu erobern.

Boomender Smartphone-Markt in China

Bislang schien die Aufteilung klar: Mit einem globalen Marktanteil von knapp 30 Prozent liegt Samsung auf Platz Eins der Smartphone-Hersteller. Auf das südkoreanische Unternehmen folgt Apple mit einem Marktanteil von rund 12 Prozent.

Die Konkurrenz aus China muss sich bislang mit Anteilen um die fünf Prozent zufriedengeben. Darunter finden sich chinesische Smartphone-Hersteller wie Lenovo und Huawei, aber auch solche Unternehmen, die im Westen so gut wie unbekannt sein dürften – etwa Xiaomi, das erst 2010 gegründet wurde – sich im globalen Smartphone-Markt aber bereits auf den sechsten Platz vorgekämpft hat.

Der Blick auf die Marktanteile verdeckt jedoch den Blick auf die Marktdynamik – von der insbesondere die chinesischen Smartphone-Hersteller klar profitieren können: Wurden im vergangenen Jahr in China rund 354 Millionen Smartphones verkauft (zum Vergleich: in den USA waren es 139 Millionen), so werden es Expertenschätzungen zufolge 2014 bereits 422 Millionen sein.

Westliche Märkte im Visier

Der Markt boomt also – und die westlichen Firmen gehen weitgehend leer aus. Zwar bietet Apple seit Anfang des Jahres über den größten Mobilfunkanbieter China Mobile sein iPhone auch auf dem chinesischen Markt an, doch der Preis ist exorbitant hoch, nicht zuletzt aufgrund sehr geringer Subventionen vonseiten der Netzbetreiber. Rund 800 Dollar kostet etwa das iPhone 5S in China – das entspricht rund einem Siebtel des durchschnittlichen Jahreseinkommens.

Es verwundert daher nicht, dass die Smartphone-Verkäufe der viel günstigeren heimischen Konkurrenz steigen. Das Modell „Red Rice“ von chinesischen Smartphone-Hersteller Xiaomi etwa bietet ein 4,7 Zoll Display, eine Kamera mit 8-Megapixeln und 4 Gigabyte Speicher für gerade einmal 130 Dollar an. Mit einer innovativen Kundenstrategie, die voll und ganz auf soziale Netzwerke setzt und die Follower auch mal über das Design neuer Produkte abstimmen lässt, ist das Unternehmen mit Sitz in Peking in den kurzen drei Jahren seiner Gründung zum Marktführer in China aufgestiegen.

Doch damit nicht genug: Einige Firmen schicken sich an, nun auch den US-amerikanischen und den europäischen Markt zu erobern. In diesem Jahr hat Lenovo angekündigt, für knapp 3 Milliarden Dollar den Handy-Hersteller Motorola zu kaufen, den wiederum Google vor zwei Jahren für eine Gesamtsumme von 12,5 Milliarden Dollar gekauft hatte. Auch den deutschen Markt hat Lenovo im Blick. Ab April dieses Jahres sollen die Geräte verkauft werden, derzeit ist der chinesische Smartphone-Hersteller auf der Suche nach neuen Vertriebswegen und steht aus diesem Grund mit diversen Mobilfunkanbietern in Kontakt.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist seit Jahren Expertin im Bereich Smartphones und Smartphone-Tarife. Nach ihrem IT-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für eines der größten deutschen Telekommunikations-Unternehmen. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.