Blackberry "Porsche Design" P'9981 mit physischer Tastatur
Physische Tastaturen, wie bei diesem BlackBerry "Porsche Design" P'9981, gehören zum Markenzeichen von BlackBerry. Bild: Hersteller

Blackberry setzt weiter auf physische Tastatur

Anders als die Konkurrenz hält der kanadische Smartphone-Hersteller BlackBerry weiter an physischen Tastaturen für seine Modelle fest und möchte seinen Kunden das volle Erlebnis von physischen Tastaturen bieten. Von virtuellen Tastenfeldern geht das Unternehmen weg, denn der neue Chef von BlackBerry, John Chen, setzt zukünftig wieder verstärkt auf Tastaturen zum Anfassen.

Der neue Chef Chen begründete die überwiegende Auslieferung von Modellen mit physischen Tastaturen auch damit, dass eine ihrer wichtigsten Zielgruppe Regierungen, Unternehmen und Behörden wären, die auf das spürbare Schreiben auf physischen Tastaturen großen Wert legen. Die Kunden können sich deshalb also auch weiterhin an diesen Tastaturen erfreuen, auf denen man mittels diverser Zahlenkombinationen bestimmte Aktionen setzen kann wie die Großschreibung oder das Einfügen von E-Mailadressen oder ähnlichem.  Jedoch stehen solche Kombinationen nicht auf allen Modellen zur Verfügung.

Gerüchten zufolge kämpft BlackBerry mit einem Verkaufsrückgang in den letzten Monaten. Vier Milliarden US-Dollar konnte der kanadische Hersteller im letzten Quartal verbuchen. Zusätzlich musste das Unternehmen viele Mitarbeiter entlassen, was die Gerüchteküche um einen möglichen Verkauf des kanadischen Unternehmens noch zusätzlich verschärfte. Der Verkauf konnte schließlich abgewendet werden und neues Kapitel ist gesichert. Das Unternehmen besinnt sich seines Rufes und setzt nun wieder verstärkt den Fokus auf Businesskunden. Vor allem deshalb beharrt man wohl auf seinen physischen Tastaturen – schließlich möchte der Kunde beim Schreiben wissen, worauf er schreibt. Die Konzentration auf sogenannte Volltastaturen sollte das Steuer herumreißen, denn viele Kunden schätzen das erlebte und reale Schreiben auf einer Tastatur.

Dass die Beweggründe von BlackBerry nicht ganz abwegig sind, zeigt sich auf der diesjährigen CES in Las Vegas. Dort hatte die amerikanische Firma Tactus Technology mit seinem Tactus-Touchscreen für einige Aufregung gesorgt. Die Tastatur besteht aus einer Bildschirmfolie, die auf dem Bildschirm klebt und mit Mikrofluiden versetzt ist. Durch eine Flüssigkeit werden dann benötigte Tasten aus der Bildschirmfolie hervorgepresst und ermöglichen so das reale Schreiben auf einer Tastatur. Es dauert nicht lange und die Taste verschwindet wieder. Der Tactus-Touchscreen präsentiert sich dann wieder wie eine ganz normale und glatte Touchscreenoberfläche.

Bleibt zu hoffen, dass sich BlackBerry mit seinem aktuellen Konzept wieder in eine bessere Lage versetzen kann und die Erhaltung bedienerfreundlicher Geräte mit einer physischen Tastatur auch seitens der Kunden geschätzt wird.

Geschrieben von Johannes

Der Autor ist App-Entwickler, Hardware- und Tarif-Experte. Auf Smart-Phoner schreibt er über alle Themen rund um Handy und Smartphone. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.