Blackberry "Porsche Design" P'9981 mit physischer Tastatur
Physische Tastaturen, wie bei diesem BlackBerry "Porsche Design" P'9981, gehören zum Markenzeichen von BlackBerry. Bild: Hersteller

Blackberry reaktiviert Smartphones aus dem Jahre 2008

Der CEO von Blackberry, John Chen, hat angekündigt, die Produktion seiner Modelle mit physischer Tastatur wieder hochzufahren. Hintergrund dieser Entscheidung ist der Flop der jüngsten Touchscreen-Generation Z10 sowie die Bekanntgabe der jüngsten Quartalsbilanz. Demnach hat der einstige Smartphone-Pionier im vergangenen Geschäftsjahr fast 6 Milliarden Dollar Verlust eingefahren. Noch vor einem Jahr machte Blackberry einen Gewinn von 94 Millionen Dollar.

Die Entscheidung, die sich in den Aussagen des für den deutschen Ex-Siemens-Manager Thorsten Heins verpflichteten neuen Vorstandschefs auf dem diesjährigen MWC in Barcelona bereits angedeutet hatte, steht somit fest: Das BlackBerry Bold wird wieder auf den Markt gebracht – samt dem alten Betriebssystem 7. Damit will Blackberry insbesondere eingefleischte Fans und Firmenkunden wieder stärker an sich binden. Dabei ist sich CEO Chen bewusst, dass es mit der Wiedereinführung eines sechs Jahre alten Modells alleine nicht getan ist: „Das Handy muss profitabel gemacht werden“, lautet seine Forderung.

63 Prozent weniger Umsatz

Im vergangenen Quartal erlöste der Konzern nur 976 Millionen Dollar – das sind 63 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Damit kam das kanadische Unternehmen erstmals seit 2007 nicht über die Schwelle von einer Milliarde Dollar Umsatz hinaus. Experten hatten mit 1,1, Milliarden Dollar deutlich mehr erwartet. Unzweifelhaft trägt das Betriebssystem Blackberry 10 daran eine Mitschuld, da es bei den Nutzern kaum Anklang fand. Noch im vergangenen Jahr hatte Ex-CEO Heins mit dem Blackberry 10 hohe Erwartungen geschürt. Doch von den insgesamt rund 3,4 Millionen abgesetzten Geräten arbeiten 2,3 Millionen noch mit der älteren Version 7.

Überlebenschancen Fünfzig zu Fünfzig für Blackberry

Damit stellt sich die Frage nach den zukünftigen Wachstumsaussichten. Die Zeit drängt, da der Bestand an Barmitteln zunehmend schrumpft – alleine in den vergangenen drei Monaten von 3,2 auf 2,7 Milliarden Dollar. Die Unternehmensstrategie ist zunehmend auf Software und Dienstleistungen ausgelegt, doch ob sie erfolgversprechend ist, muss sich erst noch zeigen. Hier setzt Blackberry auf Managementsoftware für Unternehmen oder hofft auf Werbeerlöse bei der Nachrichten-App BB. Indes ist über mögliche Sparmaßnahmen oder Stellenstreichungen bislang nichts bekannt. Unlängst bezifferte Chen die Chancen des Überlebens von Blackberry mit Fünfzig zu Fünfzig.

Die im Dezember verkündete Zusammenarbeit mit dem bekannten chinesischen Auftragsfertiger Foxconn könnte sich hierbei als Hoffnungsschimmer entpuppen. Ende Februar kündigte Chen auf dem MWC an, ein preisgünstiges Smartphone für den südostasiatischen Markt zu entwickeln.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist seit Jahren Expertin im Bereich Smartphones und Smartphone-Tarife. Nach ihrem IT-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für eines der größten deutschen Telekommunikations-Unternehmen. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.