Amazon Fire Phone
Mit dem Fire Phone hat Amazon sein erstes Smartphone präsentiert. Bild: Hersteller

Amazon Fire Phone offiziell vorgestellt

Das lange Warten hat endlich ein Ende: Am vergangenen Mittwochabend stellte Amazon-Chef Jeff Bezos in Seattle mit dem Amazon Fire Phone das erste Smartphone des Logistik-Imperiums vor. Aus technischer Sicht handelt es sich um ein ganz gewöhnliches Smartphone – wenn da nicht die neuartigen Ideen wie Firefly und 3D-Steuerung wären…

Hardware zwischen Mittel- und Oberklasse-Smartphone

Unter der Haube des Fire Phones verlässt sich Amazon ganz auf die bekannten Marken und setzt mit einem Vierkern-Prozessor von Qualcomm und einer Grafik-CPU von Adreno auf ein eingespieltes Harware-Team, das auf eine Taktrate von 2,2 Gigahertz kommt. Beim Bildschirm handelt es sich um ein 4,7 Zoll großes HD-Display mit einer Auflösung von 1280 mal 720 Bildpunkten – und somit einer Pixeldichte von 313 ppi.

Der interne Speicher kann nicht erweitert werden und beläuft sich wahlweise auf 16 oder 32 Gigabyte. Hintergrund der Entscheidung ist die Verlagerung von physischem hin zu virtuellem Speicher. Jeder Nutzer eines Fire-Phones wird Zugriff auf einen unbegrenzten Speicherplatz in der Datenwolke von Amazon haben. Auch Kameras dürfen nicht fehlen, und so spendiert Amazon dem Fire Phone eine 13-Megapixel-Kamera auf der Rückseite sowie eine 1,3-Megapixel-Kamera auf der Front. Der Akku soll laut Amazon mindestens einen Tag lang halten.

Firefly ist das innovativste Feature

So weit, so gewöhnlich. Allerdings sammelt das Fire Phone bei den Funktionen viele Pluspunkte, allen voran bei einer Funktion namens Firefly. Damit können in sekundenschnelle sämtliche Objekte der real existierenden Welt gescannt und mit Informationen angefüttert werden. Richtet der Nutzer das Fire Phone etwa auf eine Fernsehserie, erkennt Firefly Serientitel, Episode, Szene, Schauspieler und so weiter – und öffnet dezente Buttons mit weiterführenden Aktionen (Kaufen, Leihen, Filmdatenbank einsehen).

Bei Musik erkennt Firefly den Band- und Songnamen, Lyrics, Album; bei Kunst leitet das Programm auf den Wikipedia-Artikel und die Internetseite des Museums; auch bei Straßenamen, Telefonnummern und Produkten des täglichen Lebens funktioniert Firefly. Das Kalkül dahinter ist klar: über kurz oder lang gelangt der Nutzer über die weiterführenden Informationen auf den Amazon-Store – und wird dort zum Konsum verleitet.

Das zweite Highlight ist eine Funktion namens Dynamic Perspective. Damit können Objekte in Apps oder auf dem Touchscreen aus verschiedenen Blickwinkeln heraus betrachtet werden. Vier Kameras auf der Vorderseite messen die Kopfbewegungen. Der größte Vorteil liegt in der Steuerung von Menüs, Spielen und Lesegeräten mithilfe von Kopfbewegungen.

Das Amazon Fire Phone kommt zunächst nur in den USA auf den Markt. Der Preis liegt bei 199 Dollar bei einem Zweijahresvertrag. Ohne Vertrag kostet das Smartphone 649 Dollar.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist seit Jahren Expertin im Bereich Smartphones und Smartphone-Tarife. Nach ihrem IT-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für eines der größten deutschen Telekommunikations-Unternehmen. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.