3D-Drucker
3D-Drucker, wie hier von Fabbster, sind im Kommen. Wäre doch superpraktisch, wenn man das Smartphone als 3D. Bild: fabbster.de

Wird das Smartphone zum mobilen 3D-Scanner?

Die Unterhaltungselektronik überschlägt sich in der Verbesserung ihrer Produkte. Quartalsweise kommen mittlerweile die Nachrichten über höhere Leistungsfähigkeit und originelle Features neuer Smartphones und Tablets. Diese Tendenz umfasst auch die Handykameras: 13 Megapixel und eine Auflösung über 400 ppi sind keine Seltenheit mehr. Bislang jedoch müssen sich die Nutzer mit zweidimensionalen Aufnahmen zufrieden geben. Doch schon in Kürze könnten Smartphones serienmäßig mit einer 3D-Scan-Funktion ausgestattet sein.

Der 3D-Scan fürs Smartphone wurde bislang über zwei Wege vorab präsentiert: Sowohl die von Apple anvisierte App „Moedls“ als auch die Lichtfeld-Kamera von Pelican Imaging garantieren die dreidimensionale Darstellung einer Fotografie. „Moedls“ funktioniert über die multiple Aufnahme eines Objekts, das auf einer drehbaren Scheibe befestigt wird. Das Smartphone fotografiert entlang eines auf das Objekt gerichteten Laserstrahls. Sobald die Aufnahmen nach einer 360-Grad-Drehung des Motivs erfolgt sind, erstellt „Moedls“ ein 3D-Modell. App-Erfinder John Fehr hat ein Paket im Wert von 300 US-Dollar zusammengestellt, das eine robuste und langsam rotierende Plattform enthält. Diese machte der Tüftler erst nach langer Suche in chinesischer Produktion aus, ein zuvor verwendeter Plattenspieler erwies sich als ungeeignet. Apple wartet derzeit noch auf die Endversion der Software und wird diese dann in seinen App-Store aufnehmen. Eine Android-Variante soll kurz darauf folgen.

Plenoptische Kamera bald fürs Smartphone erhältlich

Ohne zusätzlichen Laserstrahl funktioniert die plenoptische Kamera des kalifornischen Unternehmens Pelican Imaging. Im Gegensatz zum gängigen zweidimensionalen Lichtfeld erfasst die gerade einmal drei Millimeter messende Innovation auch Tiefeninformationen. Die Grundlagen für diese Technik wurden bereits 1908 vorgestellt, 2004 erfolgte die erstmalige Vorstellung eines Protomodells durch die Universität Stanford. Für die industrielle Verwendung brachte die deutsche Firma Raytrix bereits 2010 eine Lichtfeld-Kamera auf den Markt, Pelican Imaging hat sich in Kooperation mit Nokia auf den Einbau seiner Produkte in Smartphones spezialisiert. Ein genauer Zeitpunkt der Markteinführung steht noch nicht fest. Pelican Imaging wirbt jedoch bereits mit einer Hochzeitsgesellschaft, die sich an den 3D-Ausdrucken ihrer Fotografien erfreut.

Auch die dreidimensionale Ausgabe der Fotografie ist keine Zukunftsvision mehr. Der vom Smartphone erstellte 3D-Scan wird detailgetreu mittels eines Digitalfabrikators in ein Modell konvertiert. Analog zur Papierausgabe werden diese Maschinen als „3D-Drucker“ bezeichnet. Verschiedene Stoffe können durch Schmelzen und Verformung ohne Materialverlust die Endausgabe eines Digitalscans produzieren.

Geschrieben von Johannes

Der Autor ist App-Entwickler, Hardware- und Tarif-Experte. Auf Smart-Phoner schreibt er über alle Themen rund um Handy und Smartphone. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.