Secusmart-Merkelphone
Secusmart, Entwickler des Merkelphone, planen eine App für abhörsichere Telefonate. Bild: Secusmart

Secusmart: Merkelphone-Bauer planen abhörsichere Smartphone-App

Auf der diesjährigen CeBIT-Computermesse in Hannover haben die Entwickler der abhörsicheren Smartphones der Bundesregierung ihre Vision für die Zukunft vorgestellt: „Ein Kanzler-Handy für alle“ sei das Ziel, so einer der Gründer und Geschäftsführer des Düsseldorfer Unternehmens Secusmart, Hans-Christoph Quelle.

Damit beweist das Unternehmen erneut ein gutes Gespür für den Zeitgeist. 2007 trennte sich Christoph Erdmann, seines Zeichens ebenfalls Geschäftsführer von Secusmart,  von seinem damaligen Arbeitgeber Nokia. Das finnische Unternehmen vertrat nämlich – anders als Erdmann – die Ansicht, dass mit abhörsicheren Handys kein Geschäft zu machen sei. Zwei Jahre darauf gründete Erdmann zusammen mit Quelle das Unternehmen Secusmart – und bekam vom Bund prompt den Zuschlag für die Herstellung abhörsicherer Smartphones.

Vom neuesten abhörsicheren Smartphone mit dem Spitznamen „Merkel-Phone“ sind seit dem Verkaufsstart im vergangenen Herbst über 2500 Geräte verkauft worden – nicht zuletzt aufgrund der Enthüllungen rund um die US-Behörde NSA.

Secusmart-App für Unternehmen

Nicht jeder kann sich das Secusmart-Phone bei einem Preis von 2000 Euro leisten. Aus diesem Grund entwickelt das Unternehmen nun eine App zur Verschlüsselung von Telefonaten. Dabei habe man zunächst vor allem große Konzerne und mittelständische Unternehmen als Zielgruppe ausgemacht, so einer der zukünftigen Vertriebspartner in Deutschland.

Damit wird der gesteigerten Aufmerksamkeit gegenüber dem Problem der Wirtschaftsspionage Rechnung getragen, da Deutschland als Innovationsstandort besonders viele schützenswerte Technologien entwickelt hat. Gleichzeitig kommt der weitgenutzte Mobilfunk-Standard GSM langsam in die Jahre, dementsprechend viele Lücken klaffen in der Verschlüsselung.

Verschlüsselte Übertragung von Daten zwischen zwei Gesprächsteilnehmern

Zunächst werde es eine App für das Betriebssystem Android geben, eine Anwendung für weitere Plattformen soll folgen, so Geschäftsführer Quelle gegenüber der dpa. Dabei wird das Gespräch mithilfe verschlüsselter Daten vom Anrufer direkt zum Hörer anstelle der üblichen Telefon-Netze übertragen. Hier greift Secusmart auf die Erfahrungen der Entwickler von SecuSUITE zurück, die bereits für die sichere Verschlüsselung von Kanzlerin Merkels Smartphone verantwortlich zeichneten.

Das Konzept, das dahintersteckt, wird als „Forward Secrecy“ bezeichnet und findet bislang vor allem beim Datenverkehr großer Konzerne Anklang – wohl auch deshalb, weil dem ein vergleichsweise aufwändiges Verschlüsselungsverfahren zugrunde liegt.

Die App soll ab Herbst dieses Jahres erhältlich sein und zwischen zehn und 20 Euro im Monat kosten.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist seit Jahren Expertin im Bereich Smartphones und Smartphone-Tarife. Nach ihrem IT-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für eines der größten deutschen Telekommunikations-Unternehmen. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.