Phonebloks, das Bastler-Phone
Phonebloks, ein visionäres Smartphone zum Zusammenbauen. Bild:Screenshot Youtube.

Phonebloks: Das Bastel-Smartphone

Immer wieder gerät das Smartphone mit seinen schädlichen Teilen in die Schlagzeilen. Von der Schädigung der Umwelt, menschenverachtenden Machenschaften und Unterstützung von Bürgerkriegsparteien wird oftmals gesprochen. Smartphones und andere elektronischen Geräte, die meist unsachgemäß entsorgt worden, belasten nachweislich die Umwelt und damit den Lebensraum von Milliarden. Sie gehen manchmal schnell kaputt und werden gedankenlos entsorgt. Darüber hat sich der niederländische Designer Dave Hakkens seit längerem Gedanken gemacht und nach einem Weg gesucht, den Wunsch nach Nachhaltigkeit und Ökologie zu verbinden. Daraus ist Phonebloks entstanden, ein Bastel-Smartphone, das an die bunten Legosteine erinnern mag.

Das Phonebloks ist auf diesem Prinzip entwickelt. Es kann wie im Baukastensystem selbst zusammengestellt werden. Mit seinem Konzept zu dem interessanten Bastel-Smartphone wirbt Hakkens für mehr Nachhaltigkeit via Crowdspeaking. Hakkens Überlegung beruht auf dem relativ komplexen Aufbau und der relativ kurzen Lebensdauer eines handelsüblichen Smartphones. Geht ein Teil kaputt, landet das Gerät auf dem Müll. Nicht so mit einem Handy wie Phonebloks, das sein Benutzer nach eigenen Bedürfnissen zusammensetzen kann.

Basis ist ein einfaches Stecksystem, auf dem die benötigten Teile wie Display, Handy-Kamera, Wifi-Teil, Akku, Antenne und Simkarte, über eine Platinen-Platte miteinander verbunden werden. Im Fall einer Reparatur, genügt ein einfacher Austausch durch den Nutzer selbst. Reparaturaufträge oder Wartezeiten auf ein funktionierendes Gerät entfallen damit. Hakkens geht noch einen Schritt weiter und plant eine Individualisierung des Phonebloks, dessen Einzelteile über einem eigenen Store verkauft werden. Kunden können in einem solchen Store, der wie ein App-Store funktioniert, gebrauchte Teile verkaufen oder auf ihrem Phonebloks stärkere Akkus oder eine bessere Handy-Kamera einbauen.

Eine Herausforderung ist das Bastel-Smartphone vor allem für die Hersteller, denn Einzelteile müssen dann tatsächlich als Einzelteile gefertigt werden und eine längere Lebensdauer aufweisen, um Hakkens Wunsch nach Nachhaltigkeit zu entsprechen. Der Materialverbrauch erhöht sich dadurch möglicherweise. Das bedeutet auch Absprachen zwischen den Herstellern von Phonebloks über Bauteilmaße für eine Kompatibilität.

Diese Entwicklung könnte eine bedeutsame Innovation hervorbringen, birgt aber auch die Gefahr eines harten Wettbewerbs mit stets aktueller Hardware und dass Kunden Teile schneller und öfter austauschen. Das scheint nicht das Ziel Hakkens zu sein. Bislang steht das allemal interessante Projekt Phonebloks nur auf dem Papier, abgesehen von der Crowdspeaking-Plattform thunderclap.it, die mit über 730.000 User sein Ziel bereits 38 Tage vor Ablauf erreicht hat.

Geschrieben von Johannes

Der Autor ist App-Entwickler, Hardware- und Tarif-Experte. Auf Smart-Phoner schreibt er über alle Themen rund um Handy und Smartphone. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.