Ubuntu Edge: Crowdfunding-Finanzierung für ein Smartphone
Über die Crowdfunding-Plattform indiegogo wollte Ubuntu sein Smartphone Edge finanzieren. Foto: Screenshot indiegogo

Ubuntu Edge: Das Crowdfunding-Smartphone

Einen etwas ungewöhnlichen Weg der Finanzierung eines Smartphones beschreitet Ubuntu. Um das neue Smartphone Ubuntu Egde zu finanzieren, nutzt Ubuntu den Crowdfunding-Dienst Indiegogo. Trotzdem dieses außergewöhnliche Projekt bereits die Rekordmarke von 10 Millionen für SmartwatchPebble“ gebrochen hat, ist das Ziel letztendlich nicht erreicht worden:

Binnen 31 Tage sollten auf diese Weise 32 Millionen Dollar gesammelt werden, um die Herstellung der Smartphones zu ermöglichen. Beginn des Crowdfunding war am 22. Juli und wäre es dem Unternehmen gelungen, in der vorgegebenen Zeit diese Geldsumme zu erreichen, wäre das Ubuntu Edge in Produktion gegangen.

Mittlerweile scheint klar zu sein, das Experiment ist gescheitert. Dennoch – ein Erfolg ist auf jeden Fall zu verbuchen, denn noch nie ist über Crowdfunding so viel Geld aufgebracht worden. Immerhin eine respektable Summe von 12,81 Millionen Dollar für das Crowdfunding-Smartphone Ubuntu Edge, aber trotzdem zu wenig laut dem britischen Software-Unternehmen Canonical, das hinter Ubuntu steht.

Die Summe macht lediglich 40 Prozent des Betrags aus, der für den Bau und die Entwicklung von 40.000 Smartphones benötigt wird. Fast 20.000 Menschen, darunter auch Unternehmen und bekannte Persönlichkeiten wie Bloomberg, haben sich finanziell beteiligt, um die Herstellung des Ubuntu Edge zu unterstützen. Sie bekommen ihr Geld nun binnen fünf Werktagen zurück.

Dabei klingen erste Details über das geplante Smartphone, das auch mit Linux und Android läuft, lohnend. Schließlich verbirgt sich hinter dem Ubuntu Edge kein normales Smartphone, denn kaum ist es an einer Dockingstation angeschlossen, ist es einsatzbereit wie ein Desktop-PC über externen Monitor. Drei Betriebssysteme können parallel laufen. Zusätzlich kann es neben Android als Dual-Boot-System auch mit OS „Ubuntu Phone“ ausgerüstet werden. Das vielseitige Smartphone alias Desktop-PC verfügt über vier Gigabyte RAM sowie einen 128 Gigabyte großen Flashspeicher.

Mit dieser Ausstattung wäre das Ubuntu Edge auch für aktuelle Notebooks durchaus eine bemerkenswerte Alternative geworden. Auch beim Display sollte die Käufer erfreuen – hochauflösend und aus kratzfestem Saphirglas. 2014 kommen andere Hersteller mit ihren Ubuntu-Smartphones zum Zug, aber Canonical gibt sich nicht geschlagen und ist vom Leistungsumfang des Ubuntu Edge weiterhin fest überzeugt. Man wolle aus der Kampagne lernen und schließt einen nochmaligen Versuch des Crowdfunding nicht aus. Bleibt für neugierige Technikfreaks zu hoffen, dass das Ubuntu Edge vielleicht doch noch Realität wird.

Geschrieben von Johannes

Der Autor ist App-Entwickler, Hardware- und Tarif-Experte. Auf Smart-Phoner schreibt er über alle Themen rund um Handy und Smartphone. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.