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Was es beim Smartphone-Kauf und -Verkauf zu beachten gibt. Foto: REK / pixelio.de

Smartphones aus dem Ausland: Was Sie beachten sollten

Smartphones und Tablets gibt es im Ausland meist früher und häufig vermeintlich günstiger zu erwerben als hierzulande. Allerdings gilt es bei der Bestellung einiges zu beachten, damit sich das vermeintliche Schnäppchen später nicht als Reinfall entpuppt.

Versand, Zoll und Steuern

Bei einer Bestellung aus dem Ausland müssen generell die anfallenden Versandkosten bedacht werden, sowie die häufig mehrwöchigen Lieferzeiten vor allem aus dem asiatischen und amerikanischen Raum. Aber auch die Einfuhrumsatzsteuer und Zollgebühren können den vermeintlich kleinen Preis nochmal in die Höhe treiben. Zwischen 22 Euro und 150 Euro kann eine Einfuhrumsatzsteuer von ca. 19 Prozent aufgeschlagen werden. Ab 150 Euro muss mit Zollgebühren bis zu 14 Prozent gerechnet werden. Bisher lassen sich Smartphones allerdings noch zollfrei nach Deutschland einführen.

Fehlende Kompatibilität

Insbesondere sind es jedoch Kompatibilitätsprobleme, die den Kauf aus dem Ausland zur wirklichen Enttäuschung werden lassen können. Weil sich viele elektronische Geräte aus dem Ausland für die in Deutschland übliche Netzspannung von 230 Volt nicht eignen, gilt es, die Kompatibilität vorab zu prüfen. Möglicherweise können entsprechende Geräte gar nicht oder lediglich mit Hilfe eines Adapters benutzt werden. Hinzu kommt, dass viele Smartphones nicht mit den deutschen GSM-Netzen verträglich sind. Auch hier empfiehlt sich ein genauer Blick auf die Funkfrequenz des entsprechenden Gerätes.

Zu einem gängigen Problem, das zumeist erst nach dem Kauf bei der Inbetriebnahme des Smartphones für Ärgernis sorgen kann, gehört die fehlende deutsche Menüführung. In der Regel schaffen entsprechende Sprach-Apps Abhilfe, bedeuten letztlich jedoch einen zeitlichen Mehraufwand für den Nutzer.

Garantie, Widerrufsrecht, Fälschungen

Von Widerrufs- und Gewährleistungsrechten profitieren Verbraucher nur innerhalb der EU. Während das Widerrufsrecht mindestens sieben Werktage ab Wareneingang gilt, kann defekt gelieferte Ware im Rahmen des Gewährleistungsrechts zwei Jahre nach Erwerb kostenlos repariert bzw. ausgetauscht werden. Geräte aus dem Nicht-EU-Ausland kommen hingegen häufig ohne Garantieanspruch daher. Im Falle einer Beschädigung ist dies entsprechend frustrierend.

Schnäppchen sind verlockend und grade deshalb so gefährlich. Sollte das Produkt nicht das CE-Kennzeichen aufweisen, welches einen Hinweis auf die Einhaltung der EU-Normen liefert, so kann es sich bei dem Gerät durchaus um eine Fälschung handeln.

Für den Nutzer gilt also, sich vor dem Kauf eines vermeintlichen Schnäppchens aus dem Ausland genauestens mit den Kauf-Konditionen auseinanderzusetzen. Haken und Ösen finden sich an allen Ecken und Enden und sollten bereits vor dem Kauf erkannt werden, um später keine Nachteile aus dem Geschäft zu ziehen.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist seit Jahren Expertin im Bereich Smartphones und Smartphone-Tarife. Nach ihrem IT-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für eines der größten deutschen Telekommunikations-Unternehmen. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.