Gewitter: Tipps zur Smartphone-Nutzung
Das Smartphone nutzen bei Gewitter? Wir klären auf. Bild: Rolf Siwula / pixelio.de

Gewitter: Mit dem Smartphone telefonieren bei Blitz und Donner?

Bis heute hält sich das hartnäckige Gerücht, dass das Telefonieren bei Gewittern gefährlich sei. Vor einigen Jahren ging eine Gruppe von Medizinern sogar so weit, eine Warnung von Mobilfunkunternehmen einzufordern. Doch was ist tatsächlich dran an dem Mythos?

Argumente der Gefahrenprediger

Üblicherweise werden folgende Argumente ins Feld geführt, um eine höhere Gefahr beim Gebrauch des Smartphones während eines Gewitters zu belegen. In der Regel, so die Argumentation, verlaufen Blitzschläge nicht tödlich, da die menschliche Haut einen hohen Widerstand aufweise und der Blitz dadurch gewissermaßen am Körper vorbei in die Erde geleitet werde. Diese Art von Schlag führe höchstens zu leichten Verbrennungen.

Anders sehe es aus, sobald der Mensch ein Smartphone in der Hand halte. Dies unterbricht als metallener Gegenstand den Überschlag und führe dazu, dass der Strom in den Körper dringt – und häufig mit dem Tod endet.

Mittlerweile gilt dieses Argument jedoch als widerlegt. Zum einen handelt es sich bei einem Smartphone nur um ein winziges Stückchen Metall. Angesichts eines mächtigen Blitzes, der bereits mehrere hundert Meter zurückgelegt hat, ist es irrelevant, ob sich am Ende Metall, Holz oder sonst etwas befindet.

Ein zweites Argument bezieht sich auf die Strahlung des Smartphones. Diese leite angeblich die Blitzentladung eher auf die telefonierende Person. Tatsächlich jedoch ist die elektromagnetische Leistung eines Smartphones viel zu gering, um die Leitfähigkeit der Luft zu erhöhen.

Gewitter-Apps sind eine große Hilfe

Fazit: Die Gefahren des Telefonierens während eines Gewitters sind also übertrieben. Mehr noch: Das Smartphone kann auch zu einem besseren Umgang mit Gewittern beitragen – zahlreiche Gewitter-Apps helfen hierbei.

Die App Blitz-Meter hilft etwa dabei, die Entfernung eines Gewitters zu bestimmen. Zu diesem Zweck reicht eine Berührung des Bildschirms, sobald ein Blitz gesichtet wurde, und eine zweite Berührung, sobald der Donner vernommen wurde. Die App weiß, dass der Donner etwa 300 Meter pro Sekunde zurücklegt – und errechnet so die Entfernung.

Ein Nachteil der App: Sie bietet keine integrierte Karte, auf der sich die Lage des Gewitters und der eigenen Position nachschauen ließe. Als Alternative kommen in dieser Hinsicht die Apps RegenRadar sowie WetterOnline in Betracht – beide liefern Satellitenbilder mit aufkommenden Regen- und Sturmfronten. Die App Regen-Alarm warnt sogar per Pushmeldung vor nahendem Regen und Gewitter.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist seit Jahren Expertin im Bereich Smartphones und Smartphone-Tarife. Nach ihrem IT-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für eines der größten deutschen Telekommunikations-Unternehmen. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.