Der Fingerabdruck-Scanner im iPhone 5S
Der Fingerabdruck-Scanner im iPhone 5S wird vor allem von Datenschützern bemängelt. Foto: Lupo / pixelio.de

Fingerabdruck-Scanner im iPhone 5S: Ist Touch-ID Fluch oder Segen?

Kaum wurde bekannt, dass Apple das neue iPhone 5S mit dem Fingerabdruck-Scanner auf den Markt bringt, gab es rasch von vielen Seiten laute Kritik. Besonders Datenschützer sehen in dieser Methode eine große Gefahr, weil nicht absehbar sei, was mit den biometrischen Daten in der Folge geschieht.

Auslöser der Diskussionen ist ein kleines Teil, dem Touch-ID, das den Zugriff auf das Smartphone nur mit dem entsprechenden Fingerabdruck seines Besitzers zulässt. Ein Teil dieses gescannten Fingerabdrucks wird direkt auf dem iPhone 5S verschlüsselt gespeichert. Natürlich ist es einfach und bequem. Einmal den Finger draufhalten und schon ist das Smartphone entsperrt. Grundsätzlich ist es tatsächlich so, dass beinahe die Hälfte der iPhone-Besitzer auf den Einsatz des vierstelligen Zahlencodes als alternativen Schutz ihres Smartphones verzichtet. Für sie wäre zumindest ein Fingerabdruck-Scanner zur Authentifizierung eine gute Alternative, so Apple. Das Unternehmen unterstreicht, dass der Scanner besser sei als gar keine Schutzvorrichtung.

Datenschützer hingegen sprechen sich deutlich gegen die Authentifizierung durch einen Fingerabdruck-Sensor aus, weil diese biometrische Daten auf einer Datei gespeichert werden und vor allem nicht löschbar sind. Ein Fingerabdruck ist auch nicht veränderbar und begleitet ein Leben lang. Bleibt also die Frage offen, was mit den sensiblen Daten des Fingerabdruck-Scanners und den daraus erzeugten IDs tatsächlich passiert. Apple versichert, dass sie nur auf dem iPhone S5 gesichert, nicht gespeichert oder gar weitergeleitet werden und selbst eine App darauf keinen Zugriff hat.

In der Kriminalistik dürfen Mobiltelefone auch ohne richterlichen Beschluss überprüft werden, auch gespeicherte Fingerabdrücke. Diese seien nach dem Telekommunikationsgesetz keine Kommunikationsdaten im engeren Sinn. Gibt jemand ein Beweismittel aus der Hand, gilt im Ernstfall kein Verwertungsverbot. Fingerabdrücke sind so auch ohne Einwilligung des Beschuldigten abnehmbar. Ein weiteres Argument seitens kritischer Experten ist die Befürchtung, dass jemand unter Druck leichter einen Fingerabdruck-Scanner betätigt als ein Passwort oder den Sperrcode preiszugeben. Wird das Smartphone zum Beispiel Beweismittel in einem Raubfall, wiegt ein biometrisches Datum mehr. Damit steigt der Rechtfertigungsdruck für den Besitzer des Geräts.

Positiver Effekt der Diskussion um den umstrittenen Einsatz des Fingerabdruck-Scanners ist eine zunehmende Sensibilisierung der Konsumenten zu diesem Thema. Es liegt im Ermessen des Einzelnen, ob er einen Fingerabdruckscanner auf seinem Smartphone verwendet.

Geschrieben von Johannes

Der Autor ist App-Entwickler, Hardware- und Tarif-Experte. Auf Smart-Phoner schreibt er über alle Themen rund um Handy und Smartphone. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.