Fairphone, das faire Smartphone
Beim Fairphone steht die Transparenz der Produktion im Vordergrund. Foto: Hersteller

Fairphone: Was ist das faire Smartphone?

Immer wieder ist von versteckten Kosten und undurchsichtigen Tarifen bei Smartphones und Handys die Rede, vielfach gibt es Schwierigkeiten aus Verträgen mit langer Kundenbindung auszusteigen. Berichte über irreleitete Machenschaften aus der Mobilfunkbranche tun das Übrige, um Konsumenten zu verunsichern. Einen neuen Weg der völligen Transparenz begeht Fairphone.

Das niederländische Start-Up-Unternehmen hat sich entschlossen, die Kosten für ein Smartphone transparent zu machen und ein faires Smartphone auf den Markt zu bringen. Das faire Smartphone, das Fairphone, soll voraussichtlich bis zum Ende des Jahres auf den Markt kommen und rund 325 Euro kosten.

Der geplante Verkaufsstart ab Oktober musste verschoben werden.Die präsentierte Grafik ist laut dem Unternehmen lediglich als Veranschaulichung gedacht, nicht als Abrechnung auf den Cent genau. Berücksichtigt sind Ausgaben für Garantieleistungen und eine Unterteilung in direkte Produktionskoten, fixe Produktionskoten und andere Fixkosten. So entfallen unter Berücksichtigung eines Kaufpreises von 325 Euro 67,50 Euro überwiegend auf verschiedene Steuern. Das Fairphone wird für 257,50 Euro verkauft, kostet aber 185 Euro. Die übrigen Kosten betreffen das Geschäft und das Betriebsergebnis.

Was bedeutet Fairness bei der Herstellung dieses Smartphones? Was macht ein Smartphone fairer als das der Konkurrenz?Fairphone macht sich zum Beispielfür Initiativen stark, die den verantwortungsvollen Umgang mit seltenen Materialien oder die Finanzierung von Programmen für die Arbeiter betreffen – dieser Beitrag kostet 22 Euro und wird laut der Amsterdamer Firma als „Interventions“ bezeichnet. Dem Start-Up geht es aber nicht nur um mehr Transparenz und den Verkauf eines fairen Smartphones. Sie gewinnen für die Herstellung notwendigen Rohstoffe auf nachhaltiger Basis und finanzieren auf diese Art und Weise keinerlei Unterstützung von Bürgerkriegsparteien. Tatsächlich werden in den Geräten konfliktfreies Zinn und Tantal aus dem Kongo verarbeitet. Das Gehäuse ist aus recyceltem Polycarbonat, enthält einen wechselbaren Akku und zwei SIM-Slots.

Um die Produktionsmenge zu erreichen, setzen sie auf wenige ausgewählte Materalien und zahlen den Herstellern faire Löhne. Die Arbeitsbedingungen des chinesischen Auftraggeber A`Hong sollen Gerüchten zufolge von einer unabhängigen Agentur geprüft werden. Das Resultat dieser Prüfung will das Unternehmen im Zeichen der vollen Transparenz veröffentlichen.

Hauptaugenmerk ist die geplante Produktion von mittlerweile 25.000 Geräten. Geplant waren 20.000 Geräte, aber aufgrund der starken Nachfrage seitens Händler und Netzbetreiber hat Fairphone dann 25.000 Stück bei A´Hong bestellt. Inzwischen sind über 15.000 der angepeilten 25.000 Geräte verkauft.

Geschrieben von Johannes

Der Autor ist App-Entwickler, Hardware- und Tarif-Experte. Auf Smart-Phoner schreibt er über alle Themen rund um Handy und Smartphone. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.