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Divide und Co: Das sind die BYOD-Apps

Immer mehr Arbeitnehmer bringen ihren privaten Laptop, den Tablet oder ihr Smartphone mit auf die Arbeit. Das dazugehörige Akronym BYOD ruft in Kurzform dazu auf: „Bring Your Own Device” heißt die immer beliebtere Praxis, die in vielen Unternehmen in den USA bereits gang und gäbe ist. Großkonzerne wie Google suchen nun nach den besten Lösungen, um die privaten Endgeräte sicher in Unternehmensnetzwerke zu integrieren.

So hat Google kürzlich das New Yorker Startup Divide übernommen. Das Jungunternehmen wurde von ehemaligen Mitarbeitern von Morgan Stanley gegründet und arbeitet derzeit an einer cloudbasierten Mobile-Device-Management-Plattform. Der Kaufpreis ist noch unbekannt.

BYOD-Datensicherheit durch das Container-Prinzip

Die angestrebte Lösung ist sowohl mit Android als auch mit iOS kompatibel und soll beim Umsetzen von BYOD-Richtlinien im Unternehmen helfen. Dadurch sollen die Privatsphäre der Angestellten sowie der betriebsinterne Datenschutz sichergestellt werden. Viele Unternehmen, die BYOD zulassen, fürchten, dass sensible Firmendaten auf privaten Geräten landen – und lassen ihre Mitarbeiter daher sogenannte BYOD-Vereinbarungen unterzeichnen, die als eine Art Verschwiegenheitspflicht fungieren. Durch den Kauf von Divide verspricht sich Google einen Mehrwert bei der BYOD-Freundlichkeit seiner eigenen Software wie etwa Android.

Andere Firmen setzen mittlerweile auf das sogenannte Container-Prinzip. Dabei wird auf dem privaten Smartphone oder sonstigen Endgerät ein virtueller Raum eingerichtet, der ausschließlich den firmeninternen Regeln folgt.

Das Fraunhofer-Institut SIT arbeitet derzeit an einer solchen Lösung. Die Software mit dem Namen BizzTrust richtet auf dem Smartphone einen Container ein, der mit einem Passwort geschützt ist und hohe Verschlüsselungsstandards erfüllt. Nur über den Container kann der Mitarbeiter auf das firmeninterne Netzwerk zugreifen. Bedenklich ist hierbei der Umstand, dass die Sicherheit lediglich von der Stärke des Passworts abhängt.

SecurePIM aus Bayern mit drei Sicherheitsstufen

Auch in Bayern zeigt man Sorge um die sensiblen Daten. So hat die Münchner Firma virtual solution bereits eine Technik mit dem Namen SecurePIM entwickelt. Diese war zunächst einem großen DAX-Konzern vorenthalten, wird jedoch mittlerweile auch an andere Kunden verkauft. SecurePIM besteht aus drei Sicherheitsstufen, die je nach Bedarf in Anspruch genommen werden können. Bei der höchsten Sicherheitsstufe ist etwa eine externe Smartcard notwendig. Daten werden über den hochwertigen Advanced Encryption Standard (AES) verschlüsselt.

Den Anfang in Richtung Datenschutz machte das kanadische Unternehmen Blackberry mit den Modellen Blackberry Z10 und X10. Damit konnten die Nutzer in sekundenschnelle zwischen der privaten und der geschäftlichen Oberfläche wechseln. IT-Sicherheitsunternehmen wie SecuSmart gehen sogar noch einen Schritt weiter. Der Hersteller des fast schon legendären Kanzler-Smartphones bietet die Möglichkeit, Gespräche komplett zu verschlüsseln.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist seit Jahren Expertin im Bereich Smartphones und Smartphone-Tarife. Nach ihrem IT-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für eines der größten deutschen Telekommunikations-Unternehmen. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.